Bayern 2

Zeit für Bayern Bombennächte

Tausende von Menschen stehen am 16.03.2005 in der Innenstadt von Würzburg mit brennenden Kerzen. Vom Rathausturm hängt davor die Fahne mit dem Würzburg-Wappen. Mit einem Lichterkreuz erinnerten die Bürger an die Zerstörung ihrer Stadt im Jahr 1945. | Bild: picture-alliance/dpa

Samstag, 14.03.2020
12:05 bis 13:00 Uhr

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BAYERN 2

Trauern und Erinnern, Mahnen und Versöhnen
Zum 75. Jahrestag der Zerstörung Würzburgs
Von Jochen Wobser

Licht ins Dunkel
Nürnbergs Bunker heute
Von Christian Schiele
Wiederholung vom 14. April 2018

Wiederholung um 21.05 Uhr, BR Heimat
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Trauern und Erinnern, Mahnen und Versöhnen
Zum 75. Jahrestag der Zerstörung Würzburgs
Von Jochen Wobser

Der Untergang des alten Würzburgs dauert nur 20 Minuten. Am Abend des 16. März 1945 legen Bomber der britischen Luftwaffe die Stadt in Schutt und Asche. Im Bombenhagel sterben etwa 4.000 Menschen. 75 Jahre später, am 16. März 2020, werden zur Angriffszeit um 21 Uhr 20 wieder sämtliche Kirchenglocken in Würzburg läuten. Und während des Mahnläutens werden sich auf dem Domplatz und in den angrenzenden Straßen tausende Menschen versammeln. Rituale wie diese haben sich über viele Jahre als wichtige Bestandteile des Würzburger Gedenkens etabliert. Zugleich ist die Erinnerungskultur in der Stadt in ständiger Bewegung. Inzwischen vollzieht sich das Gedenken an den Feuersturm des 16. März nicht mehr aus der einseitigen Opferperspektive. Immer mehr rückt auch die historische Einordnung in den Fokus: eine Aufarbeitung der Gräuel, die während der Nazi-Zeit in Würzburg passiert sind. Der Gedenkraum im Rathaus, in dessen Mitte ein 3D-Modell der verwüsteten Stadt steht, ist überarbeitet worden, ebenso das Mahnmal auf dem Massengrab vor dem Würzburger Hauptfriedhof. Neue Denkorte entstehen in der Stadt und erinnern an die Transporte von Juden in die Todeslager oder an ein ehemaliges Gestapo-Gefängnis im Stadtteil Frauenland. In Schulprojekten geben Jugendliche den letzten noch lebenden Zeitzeugen eine Stimme und arbeiten die Berichte für kommende Generationen auf. Und Initiativen wie die Würzburger Nagelkreuzgemeinschaft engagieren sich gemeinsam mit Gleichgesinnten in aller Welt dafür, dass aus Zerstörungstagen wie dem 16. März Versöhnungstage werden.

Licht ins Dunkel
Nürnbergs Bunker heute
Von Christian Schiele (Wiederholung vom 14.04.2018)

Schnell musste es gehen, als die Alliierten während des Zweiten Weltkrieges ihre ersten Bombenangriffe in Deutschland flogen. Luftschutzbunker mussten her. In Nürnberg wurden insgesamt 23 Bunker für die Zivilbevölkerung gebaut. Die meterdicken Mauern waren oft der einzige Schutz vor den Bomben. Während des Kalten Krieges wurden einige davon zu sogenannten ABC-Bunkern umgerüstet und neue Schutzräume gebaut. Insgesamt 16 ABC-Bunker sollten die Menschen in Nürnberg vor einem möglichen Atomschlag schützen - und waren doch nur eine psychologische Hilfe. Bei einem Atombombenabwurf in unmittelbarer Nähe wären die meterdicken Mauern meist zu Staub zerbröselt; Luft, Strom und Wasser hätten gerade einmal gereicht, um die Menschen zwei Wochen lang zu versorgen.
Heute wirken die übrig gebliebenen Bunker wie aus der Zeit gefallen, sind in Beton gegossene Mahnmale - oder werden ganz anders genutzt. So hat das Innere des Bleiweißbunkers dieses Jahr erstmals Licht gesehen, tonnenschwerer Stahlbeton weicht großen Fenstern. Nach einem millionenteuren Umbau soll dort ein Kinderhort einziehen. Andernorts wohnen bereits Menschen, im Grübelbunker beispielsweise. Im Bunker unter dem Hauptbahnhof lässt sich Geschichte noch eindrucksvoll und am Originalort erfahren.
Zeit für Bayern-Autor Christian Schiele begleitet den Umbau eines Bunkers, besucht die heutigen Bewohner eines ehemaligen Schutzraums und spricht mit Zeitzeugen. Ein Feature über Nürnbergs Bunker - und was aus ihnen geworden ist.

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