Bayern 2

radioWissen am Nachmittag Klassische Ohrwürmer

Darstellung: Ravel | Bild: picture-alliance/dpa

Dienstag, 11.06.2019
15:05 bis 16:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Ravels „Boléro“
Enervierende Ekstase

Carmen
Ein Mythos

Das Kalenderblatt
11.6.1955
Unfall bei 24-Stunden-Rennen von Le Mans
Von Carola Zinner
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Ravels „Boléro“ - Enervierende Ekstase
Autor und Regie: Frank Halbach
Ein immer gleicher Rhythmus und achtzehnmal die gleiche Melodie, etwa fünfzehn Minuten lang: Maurice Ravels „Boléro“ hat sich trotzdem einen Top-Platz in der ewigen Bestenliste der klassischen Orchestermusik erobert. Dabei war der „Boléro“ zunächst gar nicht für den Konzertsaal gedacht, sondern wurde als Ballett uraufgeführt. Die Tänzerin Ida Rubinstein verknüpfte Ravels Musik dabei von Anfang an mit dem Eindruck von Erotik. Ravels Musik? Er selber meinte, der „Boléro“ sei zwar sein berühmtestes Werk, enthalte aber überhaupt keine Musik, sondern sei nur ein Experiment. Zweifellos ein bahnbrechendes Experiment: Musikwissenschaftler entdeckten im „Boléro“ einen Hinweis auf Ravels Hirnerkrankung, die Sublimation seiner Homosexualität, die Vorwegnahme der Trancemusik unserer Discotheken, den ersten Loop-Song der Musikgeschichte oder gar die Erfindung der modernen Unterhaltungsmusik an sich.

Carmen - Ein Mythos
Autorin: Renate Währisch / Regie: Frank Halbach
Die Oper Carmen ist seit Jahrzehnten die meist aufgeführte der Welt. Die sinnliche Zigeunerin, die den entflammten José ins Verderben reißt, betört Musikliebhaber kulturübergreifend. Die Uraufführung der Oper Carmen im März 1875 in Paris geriet zum veritablen Flop. Die Kritiker fielen über Bizets Werk her: Räuber, Zigeuner und Fabrikarbeiterinnen, von einem derartigen Milieu wollte man an einem Opernabend doch nichts wissen! Ganz anders sah das ein halbes Jahr später das Wiener Publikum: Die dortige Inszenierung wurde bejubelt. Der Komponist, Georges Bizet, hat den fulminanten Erfolg nicht mehr erlebt: Er verstarb drei Monate nach dem Pariser Verriss 36-jährig an einem Herzanfall. Auch der Autor der Novelle "Carmen", Prosper Mérimée, nach deren Vorbild die Oper entstanden war, erlebte diesen Triumph nicht mehr. Die Geschichte um die Zigeunerin Carmen als Projektionsfläche für männliche Fantasien fasziniert rund um den Globus. Die Angst vor weiblicher Selbstbestimmung hielt den José in Atem - und zieht die Opernfans in ihren Bann.

Moderation:
Redaktion: Susanne Poelchau

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