Bayern 2

radioWissen Zur Geschichte der Homosexualität

Darstellung: Gleichgeschlechtliches Paar | Bild: colourbox.com

Donnerstag, 06.06.2019
09:05 bis 10:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Magnus Hirschfeld
Pionier der Sexualforschung

Homosexualität
Kriminalisiert, diskriminiert, gleichgestellt

Das Kalenderblatt
6.6.1727
Händels "Rival Queens" geraten sich in die Haare
Von Simon Demmelhuber
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Magnus Hirschfeld - Pionier der Sexualforschung
Autorin: Justina Schreiber / Regie: Sabine Kienhöfer
Er war ein Vorkämpfer der Homosexuellen-Bewegung und bereitete die Grundlagen für eine neue Disziplin, die Sexologie. Begonnen hat Magnus Hirschfeld, der Sohn eines jüdischen Sanitätsarztes, als Mediziner. Bald jedoch widmete er sich immer mehr seiner politischen Mission. Er gründete 1897 das „Wissenschaftlich-humanitäre Komitee“, die erste Schwulen-Organisation weltweit, und kämpfte für Straffreiheit für Homosexuelle, sprich: die Aufhebung des Paragraphen 175. Magnus Hirschfeld vertrat die Position, dass Homosexualität natürlich, nämlich ein „drittes Geschlecht“ sei. Rastlos hielt er Vorträge, führte Reihen-Befragungen durch und sammelte Fallbeispiele. Letzteres - nicht ganz uneigennützig - durchaus in einschlägigen Etablissements. In seinem 1919 in Berlin eröffnetem Institut für Sexualwissenschaft gab es Beratung rum ums Thema Sex, auch für Frauen und Heterosexuelle. Er war eine starke Leitfigur für den Emanzipationskampf sexueller Minderheiten, bis ihn die Nationalsozialisten 1933 aus Deutschland vertrieben - er geriet lange in Vergessenheit und wurde erst in den 1980er-Jahren wiederentdeckt. Selbst wenn es seinen zahlreichen Publikationen hie und da an gedanklicher Stringenz mangelt - Hirschfelds Verdienst ist unbestritten.

Homosexualität - Kriminalisiert, diskriminiert, gleichgestellt
Autor: Michael Reitz / Regie: Irene Schuck
In Platons "Gastmahl" hören wir von der Liebschaft des Sokrates mit dem Jüngling Alkibiades, auf der Insel Lesbos liebten sich die Frauen - in der Antike war die gleichgeschlechtliche Liebe nur eine Variante der Sexualität. Über die Jahrhunderte wurde sie zum widernatürlichen Makel erklärt, homosexuelle Männer und Frauen als Träger einer gefährlichen Krankheit diskriminiert und kriminalisiert, die aus der Gesellschaft verbannt werden müsse. Dabei gingen die angeblich Normalen zeitweise ausgesprochen brutal vor - bis hin zu Verschleppung und Ermordung Homosexueller im Nationalsozialismus. In vielen Ländern als Straftäter gebrandmarkt, begann der Kampf der Homosexuellen um Gleichberechtigung im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts. Und er ist bis heute nicht abgeschlossen.

Moderation: Birgit Magiera
Redaktion: Nicole Ruchlak

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