Bayern 2

radioWissen am Nachmittag Buchgeschichte(n)

Darstellung: Lexikon | Bild: picture-alliance/dpa

Montag, 15.04.2019
15:05 bis 16:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Johannes Gutenberg
Erfinder des Buchdrucks

Die Idee vom Lexikon
Alles in einem Buch

Das Kalenderblatt
15.4.1866
Richard Lepsius findet das Kanopus-Dekret
Von Isabella Arcucci
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Johannes Gutenberg - Erfinder des Buchdrucks
Autorin: Ulrike Beck / Regie: Christiane Klenz
1450 probiert Johannes Gutenberg in seiner Mainzer Werkstatt ein Druckverfahren aus, das später als Erfindung des Jahrtausends in die Weltgeschichte eingeht: den Buchdruck mit beweglichen Metalllettern. Gutenberg ist nicht der Einzige, der zu seiner Zeit experimentiert, wie sich Bücher preiswert und in hoher Stückzahl drucken lassen, damit Wissen und Bildung für jedermann zugänglich werden. Aber er ist der Einzige, der eine so ausgereifte Technik entwickelt, dass er damit in die Mediengeschichte eingeht und im Jahr 2000 zum "man of millenium“ gewählt wird. 14 Jahre lang hat er zuvor schon in Straßburg im Geheimen experimentiert, bis sein Verfahren ab 1450 so perfekt ist, dass es bis zur Industrialisierung im 19. Jahrhundert die gängige Methode bleibt, Bücher zu drucken. Die ersten Drucke, die Gutenbergs Werkstatt verlassen, sind Kleindrucke. Kalenderblätter, Ablassbriefe und eine lateinische Grammatik. Allesamt Verkaufsschlager, mit denen Gutenberg sein großes Projekt finanziert: den Druck der Bibel. Aus seinem Privatleben hat der Vater der Massenkommunikation allerdings Zeit seines Lebens ein großes Geheimnis gemacht.

Die Idee vom Lexikon - Alles in einem Buch
Autorin: Anja Mösing / Regie: Susi Weichselbaumer
Es ist mehr als eine fixe Idee, es ist eine Kulturtechnik und hat eine lange Geschichte. Ein Lexikon zu verfassen, das alles Wichtige in einem Buch sachlich erläutert, so etwas unternahmen nicht erst aufklärerische Gelehrte Europas. Bücher, die Wörter und Wissen speichern und praktisch sortiert darbieten, so dass jeder Benutzer davon einen Nutzen hat, die gibt es schon seit Jahrtausenden. In Mesopotamien verfasste man schon vor 4000 Jahren, als noch auf Tontafeln geschrieben wurde, zwei- und dreisprachige "Wörterbücher“. In Zeiten als weniger als vier Prozent der Bevölkerung überhaupt Lesen konnten, dienten sie vor allem den Gelehrten und den Dichtern. Als Gelehrsamkeit eine Mode wurde, gehörten solche "schlauen Bücher“ möglichst in jeden Haushalt. Allgemeinwissen ohne Lexikon - undenkbar. Und wer sich am Verfassen eines Lexikons beteiligte, übte sich in der Kunst des Verzettelns. Eine Sendung über eine uralte Kulturtechnik, die aber auch immer schon um ihre Glaubwürdigkeit kämpfen musste.

Moderation: Michael Zametzer
Redaktion: Thomas Morawetz

Unter dieser Adresse finden Sie die Manuskripte von radioWissen:
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