Bayern 2

Bayerisches Feuilleton Die Münchner Filmerzählungen des Helmut Dietl

Samstag, 21.06.2014
08:05 bis 09:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

"Ois Chicago!"
Die Münchner Filmerzählungen des Helmut Dietl
Von Moritz Holfelder
Als Podcast verfügbar
Wiederholung am Sonntag, 20.05 Uhr

Drei Männer mit Cowboyhüten sitzen nach einer heißen Faschingsnacht am Ufer der Isar gegenüber vom Landtag und seufzen: "Schee war’s!" - "Schee war’s scho." - "Ganz schee war's."
Der Tscharlie, der Gustl und der Achmed sind das Dreigestirn der legendären Fernsehserie "Münchner Geschichten". Die drei Vorstadt-Cowboys aus dem Lehel entstammen dem kleinbürgerlichen Milieu - und kämpfen nicht nur gegen das eigene Phlegma, sondern auch gegen Altstadtsanierung und Gentrifizierung. Schon damals war das ursprüngliche München dem Untergang geweiht - Regisseur und Drehbuchautor Helmut Dietl war einer der ersten, die diese Entwicklung der Dinge bereits Mitte der siebziger Jahre seismographisch erspürten.
Der 70. Geburtstag des am 22. Juni 1944 in Bad Wiessee geborenen Filmemachers ist Anlass genug, den Anfängen seiner Karriere nachzuspüren.
Moritz Holfelder erkundet die realen Drehorte der Fernsehserien "Münchner Geschichten", "Monaco Franze" und "Kir Royal" und dokumentiert die Zeit, die stadtgeschichtlich seither vergangen ist. Er lässt die Schauspieler und Mitarbeiter von Helmut Dietl zu Wort kommen, etwa Mario Adorf, Michaela May und Günther Maria Halmer. Er befragt den Regisseur zu seinem lakonischen Humor und seinem gesunden Misstrauen gegenüber der Menschheit. Er spürt Dietls Liebe zu den Charakterköpfen unter den Menschen seiner Heimat nach und begibt sich auf die Suche nach jenem spezifisch münchnerischen Flair, das er in Szene setzte und in Worte fasste: Der Spruch "Ois Chicago!" fand dank Helmut Dietl Eingang in den festen Wortschatz an der Isar.
"Logisch!" - "Sowieso!" - "A Riesensach!"

Hörkino zum Frühstück statt Frühstücksfernsehen

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