Bayern 2

radioWissen Genies der Mathematik

Vater der Vererbungslehre: Gregor Mendel | Bild: picture-alliance/dpa

Donnerstag, 06.09.2018
09:05 bis 10:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Kurt Gödel
Die Grenzen des Verstandes

Erbsen und Mathematik
Gregor Mendel, Vater der Genetik

Das Kalenderblatt
6.9.1780
Goethe krakelt "Wanderers Nachtlied" an Jagdhütte auf dem Kickelhahn
Von Xaver Frühbeis
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Kurt Gödel - Die Grenzen des Verstandes
Autorin: Aeneas Rooch / Regie:
Kurt Gödel gilt als der bedeutendste Logiker des 20. Jahrhunderts. 1931 fand er etwas heraus, das die Mathematik in ihrem Fundament erschütterte und unser Verständnis von Wahrheit für immer verändern sollte. Er bewies, streng logisch, dass man mit Logik nicht alles beweisen kann: In sinnvollen mathematischen Systemen, zeigte er, gibt es immer Aussagen, die man weder beweisen noch widerlegen kann. Gödels bahnbrechende Resultate bedeuteten das Ende des Traums von einer widerspruchsfreien, mächtigen Mathematik, in der jede Frage früher oder später eindeutig würde geklärt werden können. Seit Gödel ist klar: Unsere Erkenntnis, unser Verstand hat Grenzen. Gödel schlug mit einer weiteren brillanten Arbeit aber auch eine Brücke zwischen Mathematik und Informatik und zeigte, dass Computer beweisen können. Und so extrem wie seine Forschung war Kurt Gödel auch als Person.

Erbsen und Mathematik - Gregor Mendel, Vater der Genetik
Autorin: Renate Ell / Regie: Frank Halbach
Er war ein Genie - doch seine Zeitgenossen haben das nicht erkannt. Für sie war er ein übergewichtiger Augustiner-Mönch aus Brünn, der viele Jahre lang Erbsen anbaute, mühselig von Hand bestäubte und nach der Ernte akribisch sortierte und zählte. Und der über diese ganze Erbsenzählerei schließlich einen Aufsatz schrieb, in dem es zwar um Vererbung ging, in dem aber auch merkwürdige mathematische Formeln vorkamen. Tatsächlich war das Mendels Innovation: Die Anwendung der Mathematik auf die Biologie, und das mit einer präzise durchdachten Versuchsanordnung. Heute stehen seine Vererbungsregeln in jedem Biologiebuch, doch eigentlich hatte er vor allem eine neue Forschungsmethode gesucht. Das verstanden nicht mal die führenden Vererbungs-Forscher seiner Zeit - Mendels bescheidenes Auftreten gerade gegenüber "echten" Wissenschaftlern an Universitäten tat ein übriges. Als er 1883 starb, war sein Name in der Fachwelt weitgehend unbekannt. Erst mit rund 30 Jahren Verspätung erkannten Biologen in England die Bedeutung seiner Forschung - und der Augustinermönch wurde zum Vater der Genetik.

Moderation: Birgit Magiera
Redaktion: Nicole Ruchlak

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