Bayern 2

radioWissen am Nachmittag Wie man sich bettet ...

Schlafzimmer mit Bett | Bild: picture-alliance/dpa

Mittwoch, 22.08.2018
15:05 bis 16:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Das Bett
Kulturgeschichte der Schlafstätte

Ein Lob der Faulheit
Warum es nicht nur um Arbeit geht

Das Kalenderblatt
22.8.2007
Tag der Fische
Von Caroline Ebner
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Das Bett - Kulturgeschichte der Schlafstätte
Autorin: Barbara Weiss / Regie: Eva Demmelhuber
Das Bett ist mehr als ein Möbelstück: Hier verbringt man die ersten und meistens auch die letzten Tage seines Lebens. Hier liebt und leidet man. Das Bett ist ein zentraler Ort der menschlichen Existenz, nicht nur weil man hier etwa ein Drittel seiner Lebenszeit liegt. "Ein Bett darf nicht alles sagen, was es weiß", so lautet ein Sprichwort. Das Bett wird Zeuge von Verzweiflung und wichtigen Entscheidungen, von Lüge und Leidenschaft. Es kann dem Menschen auch Geborgenheit geben und ein Rückzugsort vor der Öffentlichkeit sein. Schon in der Jungsteinzeit haben sich die Menschen ein trockenes, warmes Lager gesucht, um sich vor Kälte und Nässe zu schützen. In der Bibel finden sich erste Nachweise und auf altägyptischen Vasen die ersten Bilder von Bettgestellen. Die kunstvoll verzierten Liegen aus Holz und Bronze waren aber ein Privileg der Oberschicht. Bis in die Neuzeit blieb das Bett ein Luxus für Wohlhabende. Und dass die Eltern im eigenen Schlafzimmer mit Doppelbett schlafen, ist sogar erst eine Erfindung der Moderne. Jedem Kind sein eigenes Bettchen - das ist bis heute keine Selbstverständlichkeit. Gerade Menschen auf der Flucht fehlt oft ein sicherer Ort, an dem sie sich ohne Sorgen hinlegen können. Doch wer nicht in Ruhe schlafen kann, dem fehlt mehr als ein Bett.

Ein Lob der Faulheit - Warum es nicht nur um Arbeit geht
Autor: Roman Neumann / Regie: Irene Schuck
In der Antike galt die Muße, der positive Begriff für Faulheit, als erstrebenswertes Ideal, im Christentum jedoch gehört "Acedia" seit alters her zu den sieben Hauptlastern. Unter Acedia verstand man zugleich Trägheit des Herzens, Trübung des Willens, Verfinsterung des Gemüts und Verlust der Tatkraft. Die Faulheit galt als gezielte Abkehr von Gott. Überlegungen zum "Recht auf Faulheit" stellte bereits am Ende des 19. Jahrhunderts Paul Lafargue in seinem gleichnamigen Buch an. Die negative Wahrnehmung von "Faulheit" hält sich auch in unserer Zeit tapfer, obwohl es zunehmend Bestrebungen gibt, ein "Recht auf Faulheit" im Alltag fest zu verankern. Eine stetig wachsende Anzahl von Unternehmen führt das Power-Napping, den Mittagsschlaf im Büro zur Förderung der Arbeitsleistung, ein - oder gewährt ihren Mitarbeiter/innen ein Sabbatical-Jahr, die einjährige finanzierte Auszeit vom Berufsleben. Zunehmend mehr Menschen gehen noch weiter und erfüllen sich den Traum vom totalen Ausstieg aus der Arbeitsgesellschaft. Initiativen, wie die der "Glücklichen Arbeitslosen" fordern das Ende der Arbeitsgesellschaft und greifen die Ideen Lafargues wieder auf. Ein Beitrag aus der langen Geschichte der "Faulheit".

Moderation: Florian Kummert
Redaktion: Bernhard Kastner

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