Bayern 2

radioWissen am Nachmittag Industriezauber mit Nahrungsmitteln

Fertig-Pizzen | Bild: picture-alliance/dpa

Dienstag, 22.05.2018
15:05 bis 16:00 Uhr

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Bayern 2

Künstliche Nahrungsmittel
Analogkäse und Aromastoffe

Akustikforschung bei Lebensmitteln
Das Ohr isst mit

Das Kalenderblatt
22.5.1849
Abraham Lincoln erhält ein Patent
Von Nikolaus German

Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Künstliche Nahrungsmittel - Analogkäse und Aromastoffe
Von Lukas Grasberger
Künstliche Lebensmittel haben hierzulande einen zwiespältigen Ruf: Einerseits lehnen viele Verbraucher Geschmacksverstärker, Farb- oder Konservierungsstoffe im Essen grundsätzlich ab. Frisch und natürlich soll es sein - das zumindest kreuzen Konsumenten am häufigsten an, wenn sie zu ihren kulinarischen Gewohnheiten befragt werden. Gleichzeitig hat sich die die Masse an verzehrten Fertiggerichten, die oft zu mehr als zur Hälfte aus künstlichen Zutaten bestehen, in wenigen Jahren nahezu verdoppelt. Während manche Wissenschaftler und Forscherinnen dies für eine normale Entwicklung einer modernen hochtechnisierten Gesellschaft halten, warnen andere vor einem Zuviel an hochverarbeiteten Lebensmitteln: In Fertigpizza oder Dosensuppe stecke eine künstliche Kombination von Salz, Fetten und Zucker, die süchtig machen könne. Eine Zunahme an Menschen mit Übergewicht und eine Steigerung der Diabetes- wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen seien indirekte Folgen eines übermäßigem Konsums von Fertignahrung.

Akustikforschung bei Lebensmitteln - Das Ohr isst mit
Von Susi Weichselbaumer
Das Ohr isst mit. Es will ein gemütliches Frühstücksmüsli-Knuspern hören, ein feierabendliches Fernsehcouch-Bierflaschen-Ploppen, ein kräftiges Kartoffelchips-Party-Krachen. Der richtige Ton macht Appetit. Deshalb suchen immer mehr Lebensmittelfirmen nach der perfekten akustischen Gestaltung ihrer Produkte. Nicht nur die Verpackung sollte einladend und Frische verheißend aufreißen, auch der Inhalt soll beim ersten Bissen suggerieren: Das ist nicht irgendeine kakaohaltige Fettglasur auf dem Eis am Stiel, sondern eine vollendet veredelte Schokoladenkomposition. Bislang kennt man Akustikdesign vor allem aus der Automobilindustrie: Ein sattes Einrasten der Tür verheißt Sicherheit, das kraftvolle Surren der elektrischen Fensterheber vermittelt Kontrolle in allen klimatischen Lagen. Nach der tonalen Gestaltung von Rasierapparaten, Staubsaugern oder Kaffeemaschinen erobert die Akustikforschung nun auch den Nahrungsmittelsektor. Aktuelle Studien zeigen: Junge Menschen voller Energie und Tatendrang mögen es, wenn der Butterkeks hart kracht. Ältere Menschen verbinden mit Butterkeksen Werte wie Weichheit, Luxus, Ruhe, Süße. Bleibt also zu fragen: Wie muss ein Keks klingen, damit er schmeckt?


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