Bayern 2

radioWissen am Nachmittag Körperhaltungen

Sitzen verursacht Schmerzen | Bild: picture-alliance/dpa

Donnerstag, 17.05.2018
15:05 bis 16:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

Bayern 2

Sitzen, Stehen, Liegen
ABC der Körperhaltungen

Wenn Sitzen krank macht
Bewegung als Medizin

Das Kalenderblatt
17.5.1952
Deutsch-österreichische Springtournee ins Leben gerufen
Von Johannes Roßteuscher

Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Sitzen, Stehen, Liegen - ABC der Körperhaltungen
Autorin: Susanne Hofmann / Regie: Axel Wostry
Es ist eine bekannte, mit einem Augenzwinkern gezeichnete Darstellung der Evolution: Die Entwicklung vom noch auf allen Vieren gehenden Affen über den Menschen im aufrechten Gang hin zu einer Kreatur, die mit krummem Rücken vor dem Computer sitzt und in ihrer gebeugten Körperhaltung wieder dem Affen gleicht. In unserem üblichen Selbstbild zeichnet sich der homo sapiens zwar durch aufrechten Gang aus, aber aus einer anderen Perspektive gibt er längst ein ganz anderes Bild ab: Der moderne Mensch in der industrialisierten Welt ist ein sitzendes Wesen. Während Sportwissenschaftler im Sitzen eine Gesundheitsgefährdung sehen vergleichbar der durch das Rauchen, haben Entwicklungsneurologen herausgefunden: Babys können sich in aufrechter Position deutlich besser im Raum orientieren und mit der Umwelt in Interaktion treten. Wie beurteilen Mediziner und Kulturwissenschaftler die verschiedenen Körperhaltungen, die wir einnehmen?

Wenn Sitzen krank macht - Bewegung als Medizin
Autorin: Yvonne Maier / Aufnahmeleitung: Sabine Straßer
Sitzen Sie gerade auf einem Stuhl, am Schreibtisch, während sie diesen Text lesen? Das könnte tödlich sein. Denn Menschen, die täglich mehr als sechs Stunden am Stück sitzen, haben ein um rund 40 Prozent höheres Risiko, innerhalb der nächsten 15 Jahre zu sterben als Menschen, die nur drei Stunden hintereinander am Tag sitzen. Erst seit dem Jahr 2010 wird der Begriff "Inaktivitätsforschung" in der medizinischen Wissenschaft verwendet - die Forschung dazu steht noch ganz am Anfang. Doch je mehr die Mediziner, Sportwissenschaftler und Hirnforscher darüber herausfinden, desto dringlicher erscheint das Problem. Denn dauerhafte Inaktivität hat Auswirkungen auf unseren gesamten Körper: Der Fett- und Cholesterinstoffwechsel verändert sich beim langen Nichtstun. Die Folge: Herzkreislaufprobleme und Herzinfarkte. Auch Diabetes Typ 2 kann durch Inaktivität hervorgerufen werden. Dabei werden die ruhenden Muskelzellen unempfindlicher für Insulin. Doch nicht nur der Stoffwechsel verändert sich massiv durch Stillsitzen. Forscher vermuten auch Genveränderungen, die dadurch ausgelöst werden könnten. Vielleicht auch Veränderungen im Gehirn. Schon länger ist bekannt, dass Bewegung und Sport bei der Behandlung von psychischen Krankheiten helfen können. Sportwissenschaftler und Hirnforscher interessiert es darum, wie sich körperliche Inaktivität auf unsere Psyche auswirkt.

Moderation: Iska Schreglmann
Redaktion: Gerda Kuhn

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