Bayern 2

radioWissen am Nachmittag Literatur aus China

Jung Chang: Autorin der "Wilden Schwäne" | Bild: picture-alliance/dpa

Dienstag, 15.05.2018
15:05 bis 16:00 Uhr

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BAYERN 2

Von der Konkubine zu Maos Funktionärin
"Wilde Schwäne"

Bestsellerautor Lin Yutang
Der lächelnde Weise

Das Kalenderblatt
15.5.1890
Volksgarten Nymphenburg eröffnet, größter Vergnügungspark Deutschlands
Von Carola Zinner

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Von der Konkubine zu Maos Funktionärin - "Wilde Schwäne"
Autorin und Regie: Dorit Kreissl
Drei Frauen, drei Generationen, drei spannende Schicksale. Die Chinesin Jung Chang hat das Leben ihrer Familie aufgeschrieben. Der Roman "Die Wilden Schwäne" erschien 1991 in London und wurde weltweit ein Bestseller. Jung Chang erzählt darin von ihrer Großmutter, die mit 15 Jahren Konkubine eines Provinzgenerals wurde, sie erzählt von ihrer Mutter, einer idealistischen Kommunistin, die zur leitenden Funktionärin aufstieg und später mehrfach verhaftet und misshandelt wurde. Und sie erzählt von sich selbst, der glühenden Mao-Anhängerin, die im Westen zur erfolgreichen Schriftstellerin wird. "Wilde Schwäne" schildert nicht nur drei Frauenschicksale im China der Jahre 1909 bis 1978, sondern auch die Geschichte eines Riesenreichs im Wandel: vom Kaiserreich zur kommunistischen Republik. Der Roman ist bis heute in China verboten.

Bestsellerautor Lin Yutang - Der lächelnde Weise
Autor: Thomas Grasberger / Regie: Markus Köbnik
Die meisten China-Kenner sind sich heute einig - das Buch "Mein Land und mein Volk" ist immer noch das Beste, was es zum Denken und Verhalten der Chinesen gibt. Das ist umso erstaunlicher, als der Autor Lin Yutang (1895-1976) sein Hauptwerk bereits in den 1930er Jahren schrieb, und zwar in englischer Sprache. Der in Südchina geborene Sohn eines presbyterianischen Geistlichen war damals in die USA emigriert und versuchte, dem Westen die Mentalität der Chinesen nahe zu bringen. Mit Erfolg, denn Lin gelang es, gleich mehrere Bestseller zu schreiben. Sein zweites Hauptwerk "Weisheit des lächelnden Lebens" stand fast ein Jahr lang ganz oben auf der amerikanischen Verkaufsliste. Was wohl nicht zuletzt dem Stil Lin Yutangs zu verdanken ist. Mit viel Wärme und Humor, aber niemals unkritisch, führt er seine Leser ein in die Lebens- und Gedankenwelt, in die Geschichte und Kultur des fernöstlichen Riesenlandes. Wie keinem zweiten chinesischen Schriftsteller gelingt es ihm, Brücken zu schlagen - von Ost nach West, von der Vergangenheit in die Gegenwart. In der Mao-Ära galten seine Schriften als konterrevolutionär und waren verboten. Seit einigen Jahren jedoch besinnt man sich auch in der Volksrepublik wieder auf die Bücher dieses lächelnden Weisen - sie sind heute Pflichtlektüren an Chinas Schulen.

Moderation: Christian Schuler
Redaktion: Petra Herrmann

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