Bayern 2

radioWissen Nobelpreisträger aus Japan

Nobelpreisträger Kazuo Ishiguro | Bild: picture-alliance/dpa

Dienstag, 15.05.2018
09:05 bis 10:00 Uhr

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BAYERN 2

Kazuo Ishiguro
Der britische Japaner

Der Literaturnobelpreisträger Kawabata Yasunari
Eine Handvoll Poesie

Das Kalenderblatt
15.5.1890
Volksgarten Nymphenburg eröffnet, größter Vergnügungspark Deutschlands
Von Carola Zinner

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Kazuo Ishiguro - Der britische Japaner
Autorin: Jenny von Sperber / Regie: Frank Halbach
Der Literaturnobelpreisträger Kazuo Ishiguro ist Engländer. So spielt zum Beispiel einer seiner berühmten Romane, Was vom Tage übrig blieb, in der urenglischen Umgebung des Herrenhauses Darlington Hall. Ein pflichtbewusster Butler überdenkt darin sein Leben und sein Streben, einer der ganz großen Butler seiner Zeit zu sein. Doch er muss erkennen, dass er möglicherweise sein Leben lang aufs falsche Pferd gesetzt hat. Auch dass er privat auf viel verzichtet hat, nur um der perfekte Butler zu sein. Dabei interessieren Ishiguro Butler überhaupt nicht, hat er mal gesagt. Es geht ihm viel mehr um das Hadern des Menschen mit seinem Leben. Und um die Frage, ob es besser ist, Fehler kritisch aufzuarbeiten oder ob man sie lieber vergessen sollte. Kazuo Ishiguro ist aber nicht nur Engländer. Er ist auch Japaner, der bis zum 5. Lebensjahr im Nachkriegsjapan aufwuchs. Seine ersten Romane spielen in Japan. Doch so unterschiedlich die Umgebung seiner Figuren auch sein mag: Auch in diesen Geschichten geht es ums Erinnern, ums Aufarbeiten und ums Vergessen. Ishiguro schreibt klassische Romane, Science Fiction und Fantasy. Er will sich weder in eine Genre-Schublade stecken lassen noch in die literarische Tradition eines Landes. Kazuo Ishiguro geht es um hadernde Menschen. Und Menschen sind wir schließlich alle: In England und in Japan, in der Zukunft und im Märchen.

Der Literaturnobelpreisträger Kawabata Yasunari - Eine Handvoll Poesie
Autorin: Isabella Arcucci / Regie: Irene Schuck
Einen "Meister in Begräbnisdingen", so nannte sich der japanische Schriftsteller Kawabata Yasunari. Im Alter von 10 Jahren wurde er zur Vollwaise - wenige Jahre später hatte er so gut wie alle Verwandten verloren. Tod und Einsamkeit sind zentrale Themen im literarischen Werk dieses sensiblen Mannes mit der hohen, gewölbten Stirn und den großen, fragend blickenden Augen. Uns westlichen Lesern erscheinen seine Texte poetisch und rätselhaft zugleich: sowohl seine Romane wie "Schneeland", als auch seine "Handtellergeschichten", kurze Miniaturerzählungen, die in ihrer schlichten Schönheit an japanische Haiku-Gedichte erinnern. 1968 erhielt Kawabata den Literaturnobelpreis, "für seine Erzählkunst, die mit feinem Gefühl japanisches Wesen und dessen Eigenart ausdrückt", wie das Jurykomitee erklärte. Tatsächlich aber wurde Kawabata stark vom Westen beeinflusst. Wie viele seiner zeitgenössischen Landsleute war auch Kawabata zerrissen - zwischen der modernen Welt des Westens und der Sehnsucht nach dem alten Japan.

Moderation: Christian Schuler
Redaktion: Petra Herrmann

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