Bayern 2

     

radioWissen Ehe und/oder Liebe?

Weibliche Sexualität | Bild: picture-alliance/dpa

Montag, 12.02.2018
09:05 bis 10:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Helene Stöcker
Für Mutterschutz und Sexualreform

Die Lust der Frauen
Eine Geschichte der weiblichen Sexualität

Das Kalenderblatt
12.2.1924
"Rhapsody in Blue" uraufgeführt
Von Brigitte Kohn

Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Helene Stöcker - Für Mutterschutz und Sexualreform
Autor: Markus Mähner / Regie: Christiane Klenz
Im Jahr 1937 wird Helene Stöcker die Deutsche Reichsangehörigkeit aberkannt. Die Begründung, mit der die Gestapo den Antrag dazu stellte, klingt für heutige Ohren wie eine Lobeshymne, denn dabei fallen Begriffe wie Antimilitarismus, Friedensgesellschaft, Frauenbewegung oder die "Liga gegen Imperialismus".
Zu dieser Zeit befindet sich Helene Stöcker allerdings schon lange im Ausland - auf der Flucht vor dem Nationalsozialismus. Aus gutem Grund: Als eine der ersten deutschen Frauen, die die Doktorwürde erreichen, wird Helene Stöcker ein Leben lang gegen die Ungleichheit von Frauen und Männern, von Arm und Reich und gegen das europäische Kriegstreiben lautstark ihre Stimme erheben. Wer war diese Frau, deren Lieblingsbeschäftigung es laut der Gestapo war, für die "Verfeinerung und Vertiefung der sexuellen Beziehungen" zu kämpfen?

Die Lust der Frauen - Eine Geschichte der weiblichen Sexualität
Autorin: Ulrike Rückert / Sabine Kienhöfer
"Schließ die Augen und denk an England", soll Queen Victoria ihren Töchtern vor der Hochzeitsnacht empfohlen haben, und Mediziner versicherten, anständige Frauen hätten kein Interesse am Sex - "die ihn genießt, ist immer ein Flittchen". Unbeeindruckt davon schwelgte die Tagebuchschreiberin Mabel Todd in den
Freuden des Ehebetts und dem "wunderbaren Höhepunkt des Gefühls, den ich so gut kenne". Winston Churchills verwitwete Mutter gönnte sich einen neuen Ehemann, der genauso alt war wie ihr Sohn. Und Victoria selbst, vermeintlich die Prüderie in Person, führte ein leidenschaftliches Liebesleben mit ihrem Albert und vergnügte sich damit, nackte Männer zu zeichnen. Die Geschichte der weiblichen Sexualität ist voller Einschränkungen, Zwänge, bizarrer Theorien und Gewalt. Wie Frauen darunter litten, wie sie dagegen ankämpften und welche Freiheiten sie sich nahmen, findet sich manchmal freimütig und oft nur in Andeutungen in Tagebüchern und Briefen, in literarischen Werken und Ratgebern, Gerichtsakten und wissenschaftlichen Abhandlungen. Die Sendung wirft Blicke auf Lust und Leid von Frauen seit dem Mittelalter.

Moderation: Michael Zametzer
Redaktion: Thomas Morawetz

Unter dieser Adresse finden Sie die Manuskripte von radioWissen:
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