Bayern 2

radioWissen am Nachmittag Himmlische Gaben

Arabische Myrrhe | Bild: picture-alliance/dpa

Donnerstag, 11.01.2018
15:05 bis 16:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Weihrauch
Die Sprache der Götter

Myrrhe
Ein duftendes Heilmittel

Das Kalenderblatt
11.1.1966
Die Serie "Daktari" läuft zum ersten Mal im Fernsehen
Von Thomas Grasberger

Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Weihrauch - die Sprache der Götter
Autorin und Reghie: Susan Weber
Bereits seit der Antike ist die südomanische Region Dhofar bekannt für ihren hochwertigen Weihrauch. Die Ägypter bestellten das Harz tonnenweise für die Einbalsamierung ihrer Pharaonen und zu kultischen Zwecken. Einige tausend Jahre später wogen die Römer das kostbare Gut sogar mit Gold auf. Die Heiligen Drei Könige hatten als Geschenk für den Messias dhofarischen Weihrauch im Gepäck. Wo genau die Anbaugebiete, Handelsrouten und Verschiffungshäfen im südlichen Oman liegen und wer sie kontrolliert war jahrtausendelang ein gut gehütetes Geheimnis. Schliesslich bescherte der Handel mit dem Harz den Omanis unvorstellbaren Reichtum. Noch heutzutage gehört das Räuchern mit kostbaren Räuchermischungen zum Alltag in der arabischen Welt. Erst seit 60 Jahren dürfen westliche Wissenschaftler die Weihrauchstätten Dhofars besuchen und erforschen. Ein internationales Team von Archäologen untersucht seit mehr als zehn Jahren die Stätten entlang der alten Handelsroute, die von den Häfen Sumhuram und Al Baleed über Ubar, das sogenannte Atlantis der Wüste, Richtung Norden führte. Sie entdeckten beeindruckende Palast- und Tempelanlangen, die von einer alten städtischen Hochkultur zeugen.

Myrrhe - ein duftendes Heilmittel
Autorin: Nora Kaltenbeck / Regie: Sabine Kienhöfer
Die Heiligen Drei Könige hatten sie neben Gold und Weihrauch als wertvolle Gabe für das Jesuskind im Gepäck: Myrrhe. Der Myrrhe-Strauch wächst unter recht unwirtlichen Bedingungen ursprünglich im Oman, dem Jemen und in Teilen Ostafrikas. Von dort wurden seine Schätze, vor allem das Harz, schon vor Jahrtausenden auf abenteuerlichen Wegen in die Welt gebracht. Einst war Myrrhe so kostbar wie Gold. Ihr getrocknetes Harz wird seit vorchristlicher Zeit zum Räuchern verwendet und findet sich noch heute in Kirchen - auch wenn ihr Duft weit weniger gefällig ist als der des Weihrauchs. Myrrhe diente auch anderen kultischen Zwecken wie dem Salben, dem Einbalsamieren oder als Opfergabe. Aber in der Pflanze steckt noch einiges mehr. Schon seit der Antike und in der arabischen Medizin wird die Myrrhe außerdem als Arzneimittel beschrieben. Geradezu ein Alleskönner, der bei Magen- und Darmerkrankungen hilft, bei Husten und Heiserkeit, Wunden, Kopfschmerzen, Mund- und Körpergeruch. Auch in der jüngeren Forschung wird die Myrrhe wieder aktuell: Sie beschäftigt sich vor allem mit der inneren Anwendung der Pflanze bei Erkrankungen des Darms.

Moderation: Iska Schreglmann
Redaktion: Gerda Kuhn

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