Bayern 2

radioWissen Was Fantasiewesen bedeuten

Einhorn | Bild: colourbox.com

Mittwoch, 10.01.2018
09:05 bis 10:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Nymphen und Feen
Symbole für Leben, Tod, Sex

Das Einhorn
Das nicht existierende Tier

Das Kalenderblatt
10.1.1840
Isaac Pitman bietet den ersten Fernunterricht an
Von Justina Schreiber

Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Nymphen und Feen - Symbole für Leben, Tod, Sex
Autorin: Katalin Fischer / Regie: Susi Weichselbaumer
Die Natur ist beseelt, das sieht jeder Mensch. Sie wird von Feen, Nymphen, Faunen und Wassermännern bewohnt, das weiß jede Kultur. Märchen und Mythen benennen Zauberwesen unterschiedlich: Im orientalischen Raum sind es Peris und Dschinns, die hinter der materiellen Welt walten, in irischen Sagen die koboldhaften Leprechauns und böse Gestalten wie die Todesfee Banshee, deren Ruf als Todesbotschaft gefürchtet wird. In den ungarischen Märchen ist es die schöne Fee Ilona, die sich hinter einem Federnkleid verbirgt und sich in einen Sterblichen verliebt. Und in der keltischen Artus-Sage sind es Morgana und Viviane, die die Menschen leiten, lieben, verführen oder dem Untergang weihen. Denker und Forscher erkannten schon im Altertum, dass es sich bei den Zauberwesen um die Projektionen menschlicher Gefühle und Befindlichkeiten handelt. Psychologen des 20. Jahrhunderts wie C.G. Jung und Karl Kerényi kamen zu dem Schluss, dass Mythen als eine Art Lebenshilfe fungieren und dass Naturgeister die elementaren Dinge des Lebens verkörpern: Angst und Hoffnung, Liebe, Sex und Tod.

Das Einhorn - Das nicht existierende Tier
Autor: Rolf Cantzen / Regie: Petra Herrmann
In vielen verschiedenen Kulturen wurde von Einhörnern berichtet: In indischen Mythen ist das Einhorn das Sinnbild der männlichen Zeugungskraft, in China gehörte es zu den vier heiligen Zaubertieren und galt als Glücksbringer. Griechen und Römer sichteten es im Altertum und auch in der Bibel gab es Einhörner, allerdings nur deshalb, weil die Übersetzer der hebräischen Bibel Fehler machten, die während der folgenden Jahrhunderte nicht korrigiert wurden. So wurde unter anderem aus dem Auerochsen ein Einhorn, ein Tier, das in der Folgezeit meistens als Pferd mit mächtigem Horn dargestellt wurde. In christlichen Erzählungen galt es oft als Symbol für das Kreuz, für Jesus, für die Einheit des Glaubens, aber auch für die Feinde Gottes. Besondere Heilkräfte werden dem Einhorn zugeschrieben. Ein Becher aus seinem Horn neutralisiert grausamste Gifte. In der heutigen Esoterik erlebt das Einhorn eine Wiedergeburt: In Büchern, Filmen, Liedern und Bilder wird die Rückkehr der Einhörner beschworen. So entwickelt sich derzeit ein Kult um das Einhorn, der auch vor Abbildungen von Einhörnern auf Toilettenpapier nicht zurückschreckt.

Moderation: Gabriele Gerlach
Redaktion: Bernhard Kastner

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