Bayern 2

radioWissen Südsee-Geschichten

Historische Segelkanus der Polynesier | Bild: picture-alliance/dpa

Montag, 31.07.2017
09:05 bis 10:00 Uhr

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BAYERN 2

Die Besiedelung des Pazifiks
Vaka Moana - die Reisen der Ahnen

Pickelhaube und Kokosnuss
Deutsche Kolonien in der Südsee

Das Kalenderblatt
31.7.1991
Harry Potter hat Geburtstag
Von Julia Devlin

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Die Besiedelung des Pazifiks - Vaka Moana - die Reisen der Ahnen
Autor: Ulli Weißbach / Regie: Martin Trauner
Vaka Moana, so nannten die Polynesier ihre hochseetüchtigen Segelkanus. Mit ihnen eroberten sie vor 5000 Jahren den Pazifik, das größte Meer der Welt und begründeten eine maritime Inselkultur, die sich über ein Drittel der Erdoberfläche (180 Mio. qkm) ausbreitete. In der riesigen Wasserwüste des Pazifiks orientierten sie sich nach Sternen, Wellenmustern, Strömungen und anderen Naturphänomenen auf dem Meer. Die über Jahrtausende tradierte Navigationskunst ist weitgehend in Vergessenheit geraten. Die deutsche Okeanos-Stiftung will den Nachfahren der größten Seefahrer aller Zeiten den Inbegriff ihrer Kultur zurückgeben. In einem aufwendigen Projekt ließ sie sieben originalgetreue Repliken der traditionellen Vakas bauen, die nach traditioneller Navigationskunst gesteuert werden. Die Vaka-Flotille durchkreuzte den Pazifik auf den alten Reiserouten der Polynesier und warb auf den Inseln für die Wiederbelebung der Segelkunst.

Pickelhaube und Kokosnuss - Deutsche Kolonien in der Südsee
Autor: Klaus Uhrig / Regie: Sabine Kienhöfer
Wer auf der Südsee-Insel Samoa einen Blick ins Telefonbuch wirft, kann sich auf eine Überraschung gefasst machen. Nachnamen wie Keil, Thieme und Retzlaff zeugen von einer Zeit, die in Deutschland fast vergessen ist: Der deutschen Kolonialzeit im Südpazifik. Einen "Platz an der Sonne" suchte das Deutsche Reich nämlich nicht nur in Afrika, sondern auch auf Neuguinea, Samoa und anderen Südseeinseln. Dabei gingen die deutschen Kolonialherren sehr unterschiedlich vor: Auf Ponape kam es bald zum Aufstand gegen die rücksichtslose Herrschaft des deutschen Gouverneurs. Das Reich reagierte mit einer brutalen Strafexpedition. Auf Samoa dagegen lief die Kolonialzeit weitgehend friedlich ab. Deutsche und Samoaner respektierten sich gegenseitig. Viele Kolonialbeamte heirateten Samoanerinnen - daher die Nachnamen - und auch heute noch ist das Deutschenbild vieler Samoaner sehr positiv. Und so ist die deutsche Kolonialzeit in der Südsee viel mehr als nur eine kuriose Randnotiz der Geschichte. Schließlich zeigt sie genau das Spannungsfeld, in dem sich die deutsche Kolonialpolitik damals bewegte: Zwischen brutaler Unterdrückung Ausbeutung auf der einen Seite und der Faszination für die Exotik des Fremden auf der anderen.

Florian Kummert
Redaktion: Thomas Morawetz

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