Bayern 2

radioWissen am Nachmittag Tiere und ihr Lebensraum

Der Biber | Bild: picture-alliance/dpa

Donnerstag, 01.06.2017
15:05 bis 16:00 Uhr

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BAYERN 2

Der Biber
Ein genialer Baumeister

Der Auwald
Lebensraum am Fluss

Das Kalenderblatt
1.6.1964
Fußgänger bekommen Vorrang auf Zebrastreifen
Von Christiane Neukirch

Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Der Biber - Ein genialer Baumeister
Autorin: Iska Schreglmann / Regie: Sabine Kienhöfer
Einst verschwunden, dann wieder angesiedelt und heute zurück an den Ufern von Flüssen und Bächen: Allein in Bayern leben derzeit etwa 15.000 Biber.
Im 19. Jahrhundert wurde das größte Nagetier Europas vom Menschen so intensiv gejagt, dass es ausgerottet wurde. Da der Biber von der katholischen Kirche wegen seinem flachen, schuppigen Schwanz als Fisch und nicht als Fleisch angesehen wurde, galt er als beliebte Fastenspeise. Aus seinem dichten Fell wurden Pelzhüte gefertigt und sein Drüsensekret, das Bibergeil, wurde als Arzneimittel und Aphrodisiakum gehandelt. Heute steht das Wildtier unter strengem Naturschutz. Durch seine Lebensweise verändert der Biber die Landschaft: Mit seinen scharfen Zähnen nagt er an Bäumen, bringt diese zu Fall und nutzt die Stämme und Zweige zum Bau von Biberburgen und Dämmen. Durch die aufgestauten Wassermassen entstehen Seen und Auenlandschaften, die zahlreichen Arten neuen Lebensraum bieten. Allerdings kommt es durch den Biber auch zu Überflutungen von Feldern und Schäden für die Landwirtschaft. In einem interdisziplinären Forschungsprojekt wollen Wissenschaftler der TU München und der Hochschule Weihenstephan in Freising jetzt klären, wie sich Biberdämme auf den Rückhalt des Wassers auswirken - und ob die fleißige Bautätigkeit des Bibers dem Hochwasserschutz zugutekommt.

Der Auwald - Lebensraum am Fluss
Autor: Werner Bader / Regie: Sabine Kienhöfer
Total überschwemmt oder monatelang trocken - die Auwälder am Fluss sind die letzten Urwälder Europas: in den Altwassern, auf Kiesbänken und in den Wäldern an Rhein, Donau, oder am Lech, leben zwei Drittel der heimischen Pflanzen, und viele seltene, geschützte Tiere: Spechte, Eisvögel, Biber, Käfer, Libellen und Falter. Doch nur mehr 10-20 Prozent der ursprünglichen Auwälder sind erhalten. Flüsse wurden begradigt, Straßen und Siedlungen in die Flussauen gebaut. Die Hochwasser der vergangenen Jahre haben zu einem Umdenken geführt. Vom Menschen unberührte Auwälder gelten als der beste Hochwasserschutz. Die Bäume und Büsche bremsen die Fluten, die Kiesbänke speichern und reinigen das Wasser, die Wälder am Fluss sind eine Schatztruhe voll genetischer Vielfalt.

Moderation: Iska Schreglmann
Redaktion: Bernhard Kastner

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