Bayern 2


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Die Kosten des Krieges 3-teilige Reihe über Waffenhandel, Krieg und Terror

Tom Schimmeck, Marc Thörner und Bettina Rühl recherchieren die Spuren des Geldes, die mit aktuellen Kriegsschauplätzen verknüpft sind und nach Europa und Deutschland führen.

Von: (Koproduktion SWR/WDR/BR)

Stand: 22.04.2018 | Archiv

Waffenmesse "Defence and Security Equipment International" (London, September 2017) | Bild: Tom Schimmeck
 

Die Kosten des Krieges (1/3) | Wer verdient am Waffenhandel?
Von Tom Schimmeck

Waffengewalt erobert und sichert Macht. Ohne Waffen fühlen sich Weltherrscher und Warlords hilflos. Nachschub ist gefragt: Aktuell werden auf der  Welt 18 Kriege und 226  gewaltsame Konflikte gezählt; die Zahl der Terroranschläge wächst. Aber wo kommen all die Waffen her, derer sich die Milizen, Brigaden, Armeen und Terroreinheiten  bedienen?

Nach dem Ende des Kalten Krieges sank die Produktion zunächst. Doch nun meldet das Stockholmer SIPRI-Institut enorme Steigerungsraten. Deutschland exportierte 2016 Waffen für 6,9 Milliarden Euro, der Export von Kleinwaffen explodierte geradezu. Diese Waffen fordern besonders viele Menschenleben und lassen sich leichter verschieben als schweres Gerät. Die Branche boomt. NGOs erkunden mit modernen Methoden offizielle und illegale Lieferwege. Den neuen UN-Vertrag über den Waffenhandel haben bereits 130 Staaten unterschrieben. Wird er mehr bewirken als die vorherigen? Was lässt sich tun gegen dieses mörderische Geschäft?

Tom Schimmeck hat unter anderem die größte Waffenmesse der Welt besucht, die „Defence and Security Equipment International“ (DSEI) in London. Dabei konnte er unmittelbar erleben, wie solche Waffengeschäfte abgewickelt werden.

(Sendung: 22. April 2018 | 17.05-17.30 Uhr | Bayern 2)

 

Die Kosten des Krieges (2/3) | Die gute Panzerfaust wird böse
Von Marc Thörner

"Der Waffendeal dient dem Frieden und der Stabilität einer Region."

So sahen es jedenfalls die gewählten deutschen Volksvertreter, als sie beschlossen, den Peschmerga im Nordirak Gewehre, Panzerfäuste und Fahrzeuge zu liefern. Offiziell gehen sie an eine verbündete Regierung: die der kurdischen Autonomieregion. Sie sollte damit die Terrororganisation des "Islamischen Staates" bekämpfen und die bedrohte Minderheit der Jesiden schützen.

Nur drei Jahre später ist allerdings nichts mehr wie zuvor: Der IS ist weitgehend vertrieben und die Peschmerga drehen ihre deutschen Waffen inzwischen in ganz andere Richtungen: Gegen Milizen der Jesidenminderheit und der Schiiten und womöglich bald auch gegen die irakische Armee. Denn anstelle des Kampfes gegen den Terror geht es den Kurdentruppen nun um den Kampf um Unabhängigkeit. Nur ein Betriebsunfall oder ein Lehrstück über den Nutzen von Waffenlieferungen?

(Sendung: 29. April 2018 | 17.05-17.30 Uhr | Bayern 2)

 

Die Kosten des Krieges (3/3) | Schattenwirtschaft
Von Bettina Rühl

Es ist erstaunlich billig, Anschläge zu verüben. Das teuerste sind  Waffen und Sprengstoff. Wie aber finanzieren sich Terrorgruppen? In Westafrika sind Touristen zu einer begehrten "Handelsware" geworden. Mit den Lösegeldern finanzieren sie ihren Krieg gegen die Regierungen der Region. Eine weitere Geldquelle ist der Schmuggel von harten und weichen Drogen quer durch die Sahara und von Nordafrika aus nach Europa.

Ein Teufelskreis, denn früher war der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle für die Bevölkerung in der Region. Jetzt sind Terrorgruppen und Drogenkartelle in manchen Regionen zu den letzten und einzigen Arbeitgebern geworden. Denn die Terroristen brauchen nicht nur Waffen, sondern auch tausende von Helfern, die sie mitten in der Wüste mit Nahrung und Benzin versorgen.

(Sendung: 6. Mai 2018 | 17.05-17.30 Uhr | Bayern 2)

 


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