Bayern 2

     

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Ludwig der Bayer Ludwigs Welt im Zoom

Ludwig der Bayer brachte es vom Bayerischen Herzog zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches: ein Aufsteiger, ein Erneuerer seiner Gesellschaft - und einer der mächtigsten Wittelsbacher des Mittelalters.

Published at: 18-7-2014 | Archiv

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Regensburg

In keiner anderen Stadt seines Reichs hält sich Ludwig öfter auf als in Regensburg. Der markante Dom ist damals eine Baustelle - wieder einmal. Nach einem Brand wird er gerade wieder neu errichtet - bis zum vorläufigen Ende der Bauarbeiten im 16. Jahrhundert. Das eigentliche Wahrzeichen der Stadt ist die Steinerne Brücke. Sie steht zu Ludwigs Zeit bereits seit rund 150 Jahren und ist eine Sehenswürdigkeit von internationalem Rang. Ebenfalls berühmt ist die jüdische Gemeinde in Regensburg, ein Zentrum jüdischer Gelehrsamkeit in Europa.

Hof in München

Während Ludwigs Auseinandersetzungen mit dem Papst wird München immer mehr zur Zuflucht für europäische Intellektuelle, die selbst mit dem Kirchenbann belegt sind: etwa Marsilius von Padua, ein Vordenker der modernen Staatslehre und William von Occam, der große Philosoph aus Oxford. Er will Ludwig nicht mit dem Schwert, aber "mit dem Wort" gegen den Papst verteidigten.

Das Leben im Reich

Zu Ludwigs Zeit gliedert sich die Gesellschaft in drei große Stände: Geistlichkeit, Krieger und Arbeiter. Wie leben diese Menschen? Die meisten leben und arbeiten auf dem Land. In der Regel abhängige Bauern bewirtschaften Ländereien für Grundherren, die meist auf Burgen und in Klöstern leben. Sie bewohnen zugige Holzhütten, die Fenster werden meist mit Stroh verstopft. Doch sogar die Wohnqualität der hohen Herren ist bescheiden. Auf den Burgen herrschen Lichtmangel, Kälte und Ungeziefer. Das berühmte mittelalterliche Ritterwesen hat zu Ludwigs Zeit seine größte Zeit allerdings schon hinter sich. Als letzte große Ritterschlacht gilt die Schlacht bei Mühldorf, bei der Ludwig seinen Widersacher um die Reichskrone, den Habsburger Friedrich den Schönen, endgültig besiegt.

Nach Ludwig

1347, im Todesjahr Ludwigs, bricht die große Pestepidemie in Europa aus, eine bislang beispiellose demographische Katastrophe. Die Ärzte des Mittelalters sind hilflos, erst 100 Jahre später ragt ein Mann wie Paracelsus aus den Wanderdoktoren - und oft genug auch Scharlatanen - der Zeit heraus.

Mit Ludwigs Zeit gehen die Welt der Ritter und die Auseinandersetzungen von König und Papst um den Vorrang langsam zu Ende. Und - noch fast unbemerkt - bricht eine neue Zeit an: 1304 - Ludwig ist Anfang 20 - wird im italienischen Arezzo Francesco  Petrarca geboren, der spätere Mitbegründer des Humanismus. In Italien liegt damit der erste "Super-Promi" der Renaissance in der Wiege. Das Mittelalter geht zu Ende.


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