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Ernährung Wie die Jahreszeiten unseren Appetit beeinflussen

Lust auf Deftiges und Süßes in Herbst und Winter? Sie können nichts dafür! Unser Gehirn steuern unseren Appetit gemäß der Jahreszeiten.

Von: Monika Frey, Patrick Heiß

Stand: 15.09.2020

Frau mit kandiertem Apfel auf einem Weihnachtsmarkt | Bild: picture alliance / dpa Themendienst

Wer hat schon Lust auf Dominosteine im Juni und Spargel im Januar? Irgendwie passt das nicht zusammen. Und das hat gute Gründe. Unser Gehirn steuert unseren Appetit auf verschiedene Nahrungsmittel - und somit unsere Ernährung.

Je nach Jahreszeit und Außenbedingung, sagt Guido Ritter, Ernährungswissenschaftler an der Fachhochschule Münster.

"Im Sommer, wenn die Tage lang sind, viel Licht da ist und auch die Temperaturen hoch sind, dann haben wir Lust auf leichtere Kost, wie zum Beispiel Salate. Im Winter, wenn die Tage kürzer sind, wenn es kalt wird, dann wollen wir uns auch tatsächlich so eine Art Winterspeck anessen. Da haben wir dann besonders Lust auf energiereiche Kost."

Guido Ritter, Ernährungswissenschaftler.

Wenn also im späteren Herbst der Appetit auf eine deftige Kartoffelsuppe oder eine Gans mit Knödel und Blauraut wächst, dann ist das ganz natürlich. Der Geschmackssinn stellt sich langsam auf Winterbetrieb um. Die Tageslänge ist dabei ein wichtiger Faktor.

"Die Tageslänge hat einen Einfluss auf unser Wohlbefinden. Auch viele Gewürze und Süßes wirken bei uns stimmungsaufhellend. Und dementsprechend hat auch der Spekulatius Hochsaison im Winter."

Guido Ritter, Ernährungswissenschaftler.

Der Geschmackssinn reagiert auf die Jahreszeiten - besonders auf die Sonne. Oder eben fehlende Sonne. Denn der Geschmackssinn ist gekoppelt mit dem eigenen Wohlbefinden. Und das wiederum meist auch mit der Sonne.

"Die intensivere Sonneneinstrahlung löst in uns direkt schon ein Signal aus, dass es uns gut geht. Und wir auch gar nicht so viele Kalorien zu uns nehmen müssen."

Guido Ritter, Ernährungswissenschaftler.

Wenn die Tage jetzt also kürzer werden und die Sonnenstunden weniger werden, ist es ganz natürloch, dass wir öfter zu deftigen und süßen Lebensmitteln greifen. Wir können eigentlich nichts dafür, dass es uns mehr nach Lebkuchen und Schokolade gelüstet. Das läuft einfach instinktiv.


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