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Mit dem Rauchen aufhören Therapieregel Nummer eins bei COPD

"Sofort mit dem Rauchen aufhören!" - das ist bei COPD die Präventions- und Therapieregel Nummer eins. Doch obwohl Rauchen die Ursache für 90 Prozent der Krankheitsfälle ist, geben nur wenige Patienten ihre Sucht auf.

Stand: 31.03.2020

Zigarette wird auf einem Rauchverbotsschild ausgedrückt | Bild: Getty Images

Dabei wäre es sowohl für Gesunde als auch für Menschen, die ein bereits eingeschränktes Lungenvolumen haben, wichtig, dem blauen Dunst ein für allemal zu entsagen.

Raucherentwöhnung - die wichtigste Vorbeugung

"Raucherentwöhnung ist das wichtigste Therapieelement überhaupt. COPD ist in erster Linie eine Krankheit der Raucher. Wer nicht raucht, bekommt in der Regel auch keine COPD. Und wenn COPD-Patienten mit dem Rauchen aufhören, schreitet die Erkrankung sehr viel langsamer fort."

Prof. Heinrich Worth

Traurige Bilanz: Raucherentwöhnung häufig langfristig erfolglos

"Wir Ärzte können dem Patienten die Entwöhnung durch Nikotinersatzstoffe in Hautpflastern, Kaugummis oder Nasensprays erleichtern. Und wir können suchtlindernde Medikamente einsetzen. Doch trotz dieser Möglichkeiten sind wir nicht sehr erfolgreich. Die Entwöhnungsrate liegt nach zwei Wochen bei etwa 80 Prozent. Nach einem Jahr rauchen 60 Prozent der Patienten wieder, wenn Verhaltenstherapie, Nikotinersatzstoffe und Suchthemmer kombiniert wurden. Das ist eine sehr unbefriedigende Lage."

Prof. Heinrich Worth

Dennoch sollten Raucher nach einer erfolglosen Entwöhnung einen neuen Entwöhnungsversuch starten.

Raucherentwöhnung mit Naturheilkunde

"Leider gilt hier der Grundsatz: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es! Wenn man selber nicht den festen Willen zum Aufhören mitbringt, wird das auch keine Pille und keine Nadel schaffen. Akupunkturbehandlung kann eine Raucherentwöhnung aber unterstützen - den Willen zur Abstinenz immer vorausgesetzt. Erfolgreiche Raucherentwöhnung verlangt eine grundsätzliche innere Umprogrammierung, also eine Änderung des Lebensstils insgesamt. Eingebettet in eine Ernährungsumstellung, regelmäßige körperliche Aktivität und Rückbesinnung auf vernachlässigte Hobbies und Interessen, wird die Absage an das Nikotin dann nicht als Verzicht erlebt. Naturheilkundlich spricht man von Ordnungstherapie - das heißt, man soll neue Lebensinhalte entdecken und nicht nur qualvoll Verzicht üben."

Dr. Artur Wölfel, leitender Oberarzt am Krankenhaus für Naturheilweisen.


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