Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besucht Weiden
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Steinmeier zur Euro 2024: "Man kann Euphorie nicht planen"

In Deutschland träumt man rund um die EM 2024 von einem Sommermärchen 2.0. "Schön wäre es", sagt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Aber "die Welt ist eine andere, in der dieses Turnier stattfindet".

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, derzeit in Weiden, zeigt sich im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk begeistert davon, wie die EM in Deutschland bislang gefeiert wird. Live erlebt hat er das beim Auftaktspiel in München, dass die Nationalmannschaft mit 5:1 gegen Schottland gewinnen konnte. "Ein wunderbares Spiel mit einer klasse Stimmung im Stadion", so das Staatsoberhaupt.

Was aus seiner Sicht aber nicht nur an den deutschen Zuschauern, "sondern auch an den Schotten lag, die ja das einzige Tor", das für sie zählte, ein Eigentor der DFB-Elf so "gefeiert haben, als wäre das Spiel gerade umgekippt zu ihren Gunsten", erzählt der Bundespräsident.

"Mehr gezittert haben wir in der Tat beim letzten Spiel gegen die Schweiz", so Steinmeier. Die Entlastung, die er danach gespürt habe, "hat man vielleicht auf den Fotos auch gesehen, die um die Welt gingen."

Die Fußball-Großereignisse verfolgt Steinmeier schon lange. Die erste WM, an die sich der Bundespräsident erinnert, "war 1966 in England mit dem berühmten Wembley-Tor. '70 dann Mexiko und '74 das große Turnier mit Deutschland als Weltmeister". Im Gedächtnis geblieben sind auch noch das ein oder andere Spiel und die Spieler jener Zeit - z. B. der kürzlich verstorbene "Karl-Heinz Schnellinger, der gegen Italien das entscheidende Tor in der Verlängerung geschossen hat".

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Bundespräsident wünscht sich EM-Titel für Deutschland

Bei der EM 2024 werden immer wieder Parallelen zum Sommermärchen von 2006 gezogen. Die Stimmung im Land, findet Steinmeier, sollte aber jetzt nicht mit der bei der Weltmeisterschaft vor 18 Jahren verglichen werden. "Man kann Euphorie nicht planen", so Steinmeier und führte weiter aus: "Die Stimmung, die 2006 herrschte, die haben wir uns selbst gar nicht zugetraut. Wir waren ja überrascht von uns selbst."

Das zu wiederholen, "schön wäre es". Aber "die Welt ist eine andere, in der dieses Turnier stattfindet", mahnt Steinmeier. "Da hinein ragen Kriege und Krisen, die die Stimmung auch beeinflussen und die ein ganz unbefangenes, unbeschwertes Feiern vielleicht für jeden auch nicht zulassen." Dennoch habe sich die Stimmung seit dem Eröffnungsspiel günstig entwickelt.

Steinmeier hofft auf den EM-Titel für die deutsche Mannschaft: "Ich habe die Mannschaft im Trainingslager besucht und ich habe bei einer Nationalmannschaft selten so viel Ehrgeiz, Leidenschaft und Euphorie gesehen wie jetzt in diesem Jahr." Das sei eine gute Voraussetzung. Ob man alleine damit Europameister wird? "Hoffen wir auf weiterhin so gute Spiele, wie wir sie vor allen Dingen in den ersten beiden gesehen haben", sagt Steinmeier. Wünschen dürfe man sich ja, "dass sie Europameister werden".

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