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Museum der Bayerischen Geschichte Das kommt rein

Traditionen, Klischees und "Der Himmel der Bayern": Das Museum der Bayerischen Geschichte in Regensburg wird 2018 eröffnet - schon jetzt steht zum Teil fest, was rein kommt.

Published at: 26-3-2013 | Archiv

Zum 100. Geburtstag des Freistaates im Jahr 2018 soll in Regensburg das Museum für Bayerische Geschichte eröffnet werden. Mit kleinen Geschichten wollen die Historiker die Besucher packen.

"Wenn die Geschichte mit einer lebendigen Sprache erzählt und dabei eine persönliche Beziehung aufgebaut wird, können sich die Besucher viel besser identifizieren. Und wenn dabei noch ein Anekdote rum kommt, bleibt was hängen."

Richard Loibl, Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte

Museum Bayerische Geschichte: Was kommt rein, was bleibt draußen?

Bayerische Geschichte von 1800 bis heute

Die 3 Themenbereiche des Museums

I. Traditionen - beinhaltet auch bayerische Klischees
II. Das Leben von 9 Generationen - die Geschichte Bayerns
III. Der Himmel der Bayern - wie sich der Himmel bei den Aufführungen der Geschichte vom Brandner Kasper im Laufe der Zeit verändert hat

Das Museum wird die Bayerische Geschichte ab etwa 1800 erzählen. Also von der Zeit an, als nicht nur Regensburg, sondern auch Schwaben und Franken zu Bayern gekommen sind. Der Schwerpunkt liegt auf dem 19. und 20. Jahrhundert.

Das Museum wird die Zeit des Wirtschaftswunders aufleben lassen, vielleicht einen Messerschmittkabinenroller ausstellen. Die Olympischen Spiele 1972, die Fußball-Weltmeisterschaft 1974, die Erfolgsstory des FC Bayern München, politische Geschichten um Franz-Josef Strauß und die CSU - das alles soll rein.

Zum Schluss in den Himmel

Himmelsszene aus "Der Brandner Kasper" (Luisenburgfestspiele 2009)

Im dritten und letzten Themenbereich öffnet sich der Himmel der Bayern. Der Abschnitt zeigt, wie sich die Darstellung des Himmels bei den Aufführungen der Geschichte vom Brandner Kasper im Laufe der Zeit verändert.

Am Anfang waren die Preußen nicht erwünscht im weißblauen Himmel. Diese Preußen-Antipathie spielte im Film von Bully Herbig (2008) keine Rolle mehr.  Man sieht: Auch im Himmel ändern sich die Zeiten.

Geschichte passiert jetzt

Schulklassen sollen mit dem neuen Museum auch die Möglichkeit bekommen, jede Menge Zeitdokumente anzufordern, um damit zu arbeiten - auch digital.

In weiteren Räumen soll neben Wanderausstellungen auch Platz für kulturelle Veranstaltungen wie zum Beispiel Zeitzeugengespräche sein - die wiederum die bayerische Geschichte von heute dokumentieren.

Bayerische Geschichte zum Mitmachen - drei Beispiele

Bayerischer Landtag

Die ehemalige Einrichtung des Plenarsaals des Bayerischen Landtags rettete das Haus der Bayerischen Geschichte kurz vorm Abtransport. In der Originalkulisse von damals kann der Besucher des neuen Museums die Verlesung der Bayerischen Verfassung erleben oder große politische Debatten und Streitfälle nachempfinden.

Hochzeit gegen Krone

In Versailles hängt ein Bild, das die Hochzeit zwischen Eugene de Beauharnais, dem Stiefsohn Napoleons, und der bayerischen Prinzessin Auguste Amalie zeigt. Die Ehe war gewissermaßen der Preis für die bayerische Krone. In Regensburg soll dieses Gemälde in einer 3D-Animation begehbar werden. Besucher können mit den beteiligten Figuren in eine Art Dialog treten und zum Beispiel Geschichten der Hochzeitsgäste aus dem Hause Wittelsbach hören.

Industrialisierung in Nürnberg

Nicht nur Nürnberg veränderte sich in der Zeit der Industrialisierung gewaltig. An dem Beispiel der fränkischen Stadt kann der Besucher durch einen virtuellen Stadtplan wandeln und etwas über die Lebensverhältnisse der Stadt erfahren: Zum Beispiel, was es in einem Kaufhaus damals alles gab, wie hoch die Kindersterblichkeit war oder gegen was damals demonstriert wurde.

Geschichten gesucht

Für die Eröffnung im Jahr 2018 sucht das neue Museum der Bayerischen Geschichte noch Erlebnisse, Andenken und Geschichten. Das Museum ist unter folgender Adresse zu erreichen:

Haus der Bayerischen Geschichte
Stichwort Museum
Zeuggasse 7
86150 Augsburg

Tel. (0821) 3295 130, Fax. (0821) 3295 220

E-Mail: museum@hdbg.bayern.de


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