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Servicekaufmann/-frau - Luftverkehr Hier beginnt die Reise

Servicekaufleute im Luftverkehr beraten und betreuen Passagiere am Flughafen. Sie geben Auskünfte, führen Buchungen durch und checken Passagiere ein. Außerdem helfen sie bei der Flugzeugabfertigung und erledigen kaufmännische Arbeiten.

Stand: 12.03.2018

Lena macht ihre Ausbildung am Flughafen Nürnberg. In diesen Job dreht sich alles um Flugreisen, um Service, um Organisation. Zu den zentralen Aufgaben der 21-Jährigen gehören das Check-In und das Boarding. Lena gehört zu den Mitarbeitern, die die Koffer wiegen, Bordkarten drucken und die dann anschließend beim Einsteigen ins Flugzeug kontrollieren. Ob beim Check-in oder beim Boarding, als Servicekauffrau muss Lena immer cool bleiben. Die Passagiere stehen an erster Stelle. Servicekaufleute repräsentieren den Flughafen nach außen. Deshalb muss das Outfit passen. Ein gepflegtes Äußere ist wichtig.

"Es gibt viele Situationen in denen man sich eigentlich aufregen würde. Aber man muss ruhig bleiben und einfach versuchen, kundenorientiert zu arbeiten. In dem Job gehört es auch dazu, dass man auf sein Äußeres schauen muss. Gepflegte Uniform, Haare gemacht - so in der Art etwa."

Lena Schmidtlein (21), 2. Ausbildungsjahr

Arbeiten unter Zeitdruck

An Flughäfen ticken die Uhren oft schneller. Zu Stoßzeiten geht es häufig hektisch zu. Servicekaufleute im Luftverkehr müssen auch unter Stress sehr konzentriert arbeiten. An Flughäfen herrscht rund um die Uhr Betrieb. Für Servicekaufleute im Luftverkehr bedeutet das: sie müssen sich auf Schichtarbeit einstellen. Auch hinter den Kulissen können Servicekaufleute eingesetzt werden, etwa beim Planen und Überwachen des Be- und Entladens von Flugzeugen. Um auf den Vor- und Rollfeldern Autofahren zu dürfen, müssen die Servicekaufleute Extraführerscheine machen, hier gelten spezielle Regeln. Nicht alle Luftfahrtgesellschaften haben an jedem Flughafen eigenes Personal. In der Branche ist es üblich, dass Fluglinien Dienstleistungen am Boden einkaufen z.B. bei Abfertigungsgesellschaften. Als Servicekauffrau im Luftverkehr kann Lena später nicht nur für Flughafenbetriebsgesellschaften arbeiten, sondern auch bei Linien- und Charterfluggesellschaften, in Reisebüros und bei Reiseveranstaltern. Denkbar ist auch ein Einsatz im Ausland.

"Unsere Schüler haben die Möglichkeit, bei verschiedenen Arbeitgebern sowohl in Deutschland als auch im Ausland tätig zu werden. Das bedeutet: bei Flughäfen, bei Fluggesellschaften und bei Abfertigungsunternehmen. Aber es gibt auch die Möglichkeit, sich international zu orientieren - im europäischen Umfeld, auf Flughäfen wie Wien etwa, aber auch weltweit."

Andreas Kohl, Lehrer

Schulische Ausbildung

Die duale Ausbildung, also im Betrieb und in der Berufsschule, dauert drei Jahre. Man kann den Beruf aber auch rein schulisch lernen. Die Berufsausbildung an der Schule dauert zweieinhalb Jahre, ist also ein halbes Jahr kürzer als bei einer dualen Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule. Theorie macht den größten Teil der Schulzeit aus. Flugzeugkunde etwa. Die Ausbildung an der Schule kostet Geld. Insgesamt kommen rund 12.000 Euro zusammen. Nur für die Schule, Wohnen und Leben also nicht mitgerechnet. Manche zahlen das aus der eigenen Tasche, andere bekommen Berufsausbildungsbeihilfe oder BAföG. Das parallel eine duale und eine schulische Ausbildung angeboten wird, ist nicht die einzige Besonderheit des Berufs. Wer im Sicherheitsbereich des Flughafens arbeitet, muss unter anderem eine sogenannte Straffreiheitsbescheinigung oder ein Europäisches Führungszeugnis vorlegen.

"Die Bewerber sollten mindestens 18 Jahre alt sein und sie sollten einen Führerschein haben. Die Fremdsprache Englisch sollten die Bewerber perfekt in Wort und Schrift beherrschen. Ideal ist es, wenn noch eine zweite Fremdsprache vorhanden ist."

Martina Ziegler, Ausbilderin

Lena hat sich für einen abwechslungsreichen Beruf entschieden, bei dem sie Verantwortung trägt und mit vielen Menschen in Kontakt kommt. Es ist ein anspruchsvoller Job - inmitten der faszinierenden Welt des Flughafens.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung:

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Servicekaufmann/-frau - Luftverkehr
  • Ausbildungsdauer: Drei Jahre (dual), bzw. zweieinhalb Jahre (schulisch)
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung. Wahlweise schulische Ausbildung.
  • Prüfung: Die Auszubildenden legen eine zu Beginn des zweiten eine Zwischenprüfung sowie nach dem dritten Ausbildungsjahr eine Abschlussprüfung ab.
  • Ausbildungsorte: Die duale Ausbildung wird parallel im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule durchgeführt. Die schulische Ausbildung wird an Berufsschulen für Tourismus angeboten.
  • Zugang: Rechtlich ist - wie für alle Berufe des dualen Systems - kein bestimmter Schulabschuss vorgeschrieben. Die Betriebe stellen überwiegend Berufsanfänger mit Hochschulreife ein. Manche Ausbildungsbetriebe nehmen nur Bewerber mit einem Mindestalter von 18 Jahren. Auch ein Führerschein wird häufig vorausgesetzt.
  • Eignung: Berufsanfänger sollten Fremdsprachenkenntnisse, Kommunikationsbereitschaft und Teamfähigkeit mitbringen.
  • Perspektiven: Es gibt 39 größere und kleiner Verkehrsflughäfen in Deutschland. Hier und in vielen anderen Unternehmen der Tourismusbranche können Servicekaufleute im Luftverkehr arbeiten. Die Jobaussichten sind generell gut.  
  • Alternativen: Kaufmann/Kauffrau für Verkehrsservice | Tourismuskaufmann/-frau | Flugbegleiter/in

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Kleidung

Servicekaufmänner und -frauen im Luftverkehr repräsentieren den Flughafen nach außen. Deshalb muss das Outfit passen. Ein gepflegtes Äußere ist wichtig.

Mobilität

Viele Ausbildungsbetriebe verlangen, dass die Bewerber einen Führerschein haben. Der Grund: Sie müssen z.B. auf dem Flughafengelände zu den Flugzeugen fahren können. Um auf dem Vorfeld und dem Rollfeld fahren zu dürfen, werden die Auszubildenden besonders geschult und legen zusätzliche Prüfungen ab.

Arbeitszeit

An Flughäfen herrscht rund um die Uhr Betrieb. Für Servicekaufleute im Luftverkehr bedeutet das: sie müssen sich auf Schichtarbeit einstellen.

Teamarbeit

Teamarbeit wird am Flughafen großgeschrieben. Die Abläufe können nur dann reibungslos funktionieren, wenn alle Hand in Hand arbeiten. An den Flughäfen verstehen sich die Mitarbeiter meist als große Gemeinschaft. In der Regel duzen sich die Kollegen untereinander.


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