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Prof. Dr. David Stadelmann Kann man mit politischer Ökonomie die Welt retten?

Professor Dr. David Stadelmann, Lehrstuhlinhaber für Volkswirtschaft an der Universität Bayreuth, geht in seinem Vortrag der Frage nach, ob politische Ökonomie das Zeug hätte, viele Dinge in der Welt deutlich zu verbessern.

Stand: 24.02.2020

Ökonomen wollen die reale Welt verbessern. Dabei verstehen sie die Probleme der Welt nicht als Konsequenz des Handelns von Nationen, gesellschaftlicher Klassen oder politischer Gruppierungen. Vielmehr steht im Zentrum des ökonomischen Denkens der Mensch mit all seinen Stärken und Schwächen und unsere Welt erklärt sich als komplexes Aggregat aus individuellen Handlungen.

Salopp formuliert sind Menschen weder allwissende Engel noch dumme Schafe. Sie sind nie vollständig informiert; sie verfolgen nicht ausschließlich das Gemeinwohl sondern auch eigene Ziele; sie haben lieber Vor- als Nachteile und wägen diese halbwegs vernünftig ab; und sie folgen nicht jeder Vorschrift, sondern suchen aktiv nach für sie günstigeren Lösungen.

Dieses sehr realistische Menschenbild hat weitreichende Folgen für die Wirtschaftspolitik. Menschen und ihre Probleme sind oft stark unterschiedlich, sodass es selten gute Einheitslösungen gibt. Weil Menschen auch eigene Ziele verfolgen und dabei Fehler machen, braucht es im wirtschaftlichen Bereich den Markt als Disziplinierungs- und Entdeckungsverfahren.

Das Gleiche gilt auch für die Politik: Weil Politiker normale Menschen sind und damit dem ökonomischen Menschenbild entsprechen, sind dezentrale und wettbewerbliche Strukturen oft überlegen. Sie generieren Informationen und geben den Politikern Anreize, auf die Bürger einzugehen.

Prof. David Stadelmann ist seit Anfang 2013 Professor für Volkswirtschaftslehre (Ruf im Alter von 29 Jahren) an der Universität Bayreuth (Deutschland).

2006 Masterabschluss in Volkswirtschaftslehre (zweisprachig D/F), 2008 Masterabschluss in Mathematik (zweisprachig D/F), Januar 2010 Promotion zum Doktor der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Von 2006 bis 2013 wissenschaftlicher Mitarbeiter und Oberassistent am Departement für Volkswirtschaftslehre an der Université de Fribourg (Schweiz). Von 2007 bis 2009 Zusammenarbeit mit eBay International in Bern. Research Fellow u.a. bei CREMA (Center for Research in Economics, Management and the Arts, Schweiz), Fellow bei QuBE (Queensland Behavioural Economics Group, Australien) und ordentliches Mitglied des Walter-Eucken-Instituts (Deutschland).

Autor von über 40 wissenschaftlichen Artikeln im referierten anonymen Begutachtungsprozess in weltweiten Fachzeitschriften. Autor von zahlreichen Buchbeiträgen, Zeitungs-, Zeitschriftenartikeln sowie Blogbeiträgen.

Auszeichnungen u.a. durch die Ludwig Erhard Stiftung, Land Vorarlberg, Verein für Socialpolitik. Forschungsschwerpunkte u.a. in wirtschaftlicher Entwicklung und Wachstum, Wirtschaftspolitik, politischer Ökonomie sowie weltweiter Faktormobilität. Seit 2015 Mitherausgeber der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fachzeitschrift KYKLOS–International Review for Social Sciences.


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