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Formel 1 Feeling im Studium Rennautos bauen für die Formula Student-Wettbewerbe

Rennautobauer aus Leidenschaft treffen sich im Verein MunicHMotorsport (MMS) der Hochschule München: Sie konstruieren ein Elektro-Rennauto selbst und treten damit beim Wettbewerb „Formula Student Germany“ gegen studentische Renn-Teams aus Deutschland und anderen Ländern an.

Von: Christian Wurzer

Stand: 23.01.2019

Kilian und Moritz engagieren sich neben ihrem Studium bei MunicHMotorsport e.V.. Ziel des Vereins ist es Renn-Fahrzeuge zu konstruieren.

Hier können die Studenten ihr technisches Wissen aus ihren Studiengängen im Team praxisnah ausprobieren. Sie haben dabei die Wahl zwischen einem Auto mit einem Verbrennungsmotor, einem Auto mit Elektroantrieb oder einem Rennauto, das autonom, also ohne Fahrer, unterwegs ist.

MunicHMotorsport e.V. ist eine studentische Initiative

MunicHMotorsport e.V. gilt innerhalb wie außerhalb der Hochschule längst als Pool für kompetente Leute, die gewohnt sind technische Probleme im Team zu lösen. Moritz und Kilian sind im Verein sehr aktiv und haben ihr Hobby mittlerweile fast zur Hauptbeschäftigung gemacht: Sie wollen ein Elektro-Rennauto zum Fahren bringen.

"Wir können hier mit Materialien und Technologien arbeiten, die vergleichsweise teuer sind. Und wir bekommen die Möglichkeit durch Sponsoren, durch die Hochschule, durch betreuende Professoren, unsere Träume zu verwirklichen."

Moritz Genieser, MunicHMotorsport e.V

MunicHMotorsport e.V. ist wie eine richtige Firma organisiert

Die Mitglieder des Vereins sind wie eine richtige Firma organisiert, jeder hat dabei eine andere Aufgabe: Die einen kümmern sich um den Antrieb des Autos, andere um das Design, wieder andere um Sponsoring und Marketing, um den Businessplan, die Kostenkontrolle und manche sind als Teamleiter dafür zuständig den Überblick zu behalten.

"Es ist bei uns nicht so, dass ein Teamleiter etwas Besonderes oder etwas Besseres ist. Es sind einfach nur die Jungs, die sich um das ganze organisatorische Drumherum kümmern müssen."

Kilian Jörg, Teamleiter MunicHMotorsport e.V

Der Verein

MunicHMotorsport e.V wurde 2005 als FHM Racing Team gegründet. Studierende der Hochschule München sollten die Möglichkeit haben ihre im Studium erworbenen Kenntnisse in der Praxis anzuwenden. Die Teammitglieder investieren dabei viel Freizeit. MunicHMotorsport e.V. steht allen Studierenden aller Fachrichtungen der Hochschule offen. Derzeit arbeiten rund 100 Studierende verschiedenster Studiengänge im sogenannten Racing Team. Unter ihnen sind Studierende der Fahrzeugtechnik, des Maschinenbaus, des Wirtschaftsingenieurwesens, der Informatik, Design, BWL und auch aus anderen Fachrichtungen. Die Hochschule München und Sponsoren aus der Wirtschaft ermöglichen den Studierenden jedes Jahr mit neu entwickelten Rennfahrzeugen an studentischen Autorennwettbewerben, wie der Formula Student Germany teilzunehmen.

Ohne Sponsoren geht gar nichts

Um bei den Rennen wirklich erfolgreich zu sein, müssen die Studierenden mit Materialien und Bauteilen experimentieren können, die es nicht einfach im Baumarkt gibt. Sie sind daher angewiesen auf Sponsoren. Zu denen zählen Autobauer, Elektronikehrsteller, Chemie und Werkstoff-Fabrikanten - große Unternehmen in der Region München. Die Sponsoren erhoffen sich dabei Werbung, suchen aber auch Kontakte zu begabten Studierenden, um sie später eventuell in ihren Mitarbeiterstamm aufzunehmen.

Der Motorsportverein als Karrieresprungbrett?

Unternehmen suchen Absolventen mit möglichst guten Praxiskenntnissen. Simon Hobmaier hat bei MunicHMotorsport e.V so viel Erfahrung gesammelt, dass er in der Entwicklungsabteilung von BMW ein Stipendium bekommen hat. Für Studierende wie ihn lohnt sich also das Engagement bei den Renn-Auto Teams auch für berufliche Perspektiven.

"Eigentlich habe ich im Assessment Center zu jeder Frage eine Hand voll Beispiele nennen können, was ich im letzten Jahr so HandsOn in einem Projekt erlebt habe. Also das war wirklich eine richtig coole Geschichte."

Simon Hobmaier, ehemaliger Teamleiter MunicHMotorsport e.V

Rechtlich ist der Motorsport-Verein unabhängig von der Hochschule. Tatsächlich aber unterstützt die Hochschule den Studentenverein finanziell, infrastrukturell und auch personell. Immer wieder greift die Hochschule den Studierenden mit Geld unter die Arme, wenn es etwa um Materialbeschaffung geht. Die Vereinsmitglieder dürfen auch an den Maschinen in den Werkstätten der Hochschule Bauteile fertigen. Zudem stehen Professoren den Studierenden mit ihrem Rat zu Seite.

Motorsportvereine gibt es an vielen Hochschulen und Universitäten in ganz Deutschland

Viele Hochschulen und Universitäten, die technische Studiengänge anbieten, nehmen mit eigenen Teams bei den Rennen der Formula Student Germany teil. So könnt auch ihr Formel-1 Luft schnuppern, sei es als Antriebsspezialist, Designer, oder in anderen Management-Bereichen, die Bandbreite der zu lösenden Aufgaben in einem Formula Student Racing Team ist groß.

Formula Student Germany (FSG)

Die Formula Student Germany (FSG) ist ein internationaler Konstruktionswettbewerb für Studenten. Jedes Jahr im Spätsommer treffen sich dazu Studierende aus aller Welt für fünf Tage auf dem Hockenheimring und messen sich in Formel 1 Atmosphäre mit ihren selbst konstruierten Rennwagen. Angetreten wird in drei Klassen.

1.    Formula Student Combustion (FSC), hier treten Rennautos mit Verbrennungsmotoren an.

2.   Formula Student Electric (FSE), Rennautos, die durch einen Elektromotor angetrieben werden.

3.   Formula Student Driverless (FSD), dabei treten Fahrzeuge an, die autonom fahren. Kein Kriterium ist hier der Antrieb. Rennautos mit Verbrennungsmotor sind ebenso zugelassen wie Fahrzeuge mit einem Elektromotor.

Die Formula Student Germany wird unter der Schirmherrschaft des Vereins Deutscher Ingenieure ausgerichtet.


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