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Prof. Dr. Hans-Reimer Rodewald Barcodes, Zellkonkurrenz und Leukämie

Mit einem genetischen Barcode Verfahren kann Prof. Dr. Hans-Reimer Rodewald einzelne Zellen störungsfrei markieren und damit in Zukunft die Zusammensetzung der Zellen ganzer Organe nachvollziehen. In seinem Talk zeigt er wie das geht.

Stand: 24.08.2020

Blut- und Immunzellen werden im Knochenmark aus Stammzellen gebildet. Die Funktion dieser Zellen konnte über lange Jahre nur studiert werden, in dem man diese Zellen, wie bei der Stammzelltransplantation beim Menschen, von einem Tier auf ein anderes transplantiert. Durch technische Entwicklungen ist es nun möglich geworden, die Rolle der Stammzellen für die Erhaltung des Immunsystems zu untersuchen, ohne diese Zellen zu transplantieren und damit möglicherweise zu stören. Mit genetischen Barcode Verfahren können nun sogar einzelne Zellen störungsfrei markiert werden und damit in Zukunft die Zusammensetzung der Zellen ganzer Organe nachvollzogen werden. Die normale Entwicklung von Immunzellen sorgt stets für Konkurrenz zwischen Zellen; bei dieser Konkurrenz werden alte durch junge Zellen regelmässig ausgetauscht, was die Zellpopulation 'fit' hält. ´Denn Störungen dieser Zellkonkurrenz können zur Entstehung von Leukämie im Thymus führten.

Prof. Dr. Hans-Reimer Rodewald wurde 1958 in Hamburg geboren. Er studierte Tiermedizin an der Hochschule Hannover. 1988 promovierte er am Max-Planck-Institut (MPI) für Immunbiologie in Freiburg. Von 1988 bis 1989 forschte er am Cancer Center, Massachusetts Institute of Technology in Boston. Von 1989 bis 1992 war er Fellow am Laboratory of Immunobiology, dem Dana-Farber Cancer Institute im Department of Pathology an der Harvard Medical School in Boston. 1997 habilitierte er sich für das Fach Immunologie an der Universität Basel. Von 1999 bis 2010 lehrte er als Professor an der Universität Ulm. Seit 2010 leitet er die Abteilung Zelluläre Immunologie am Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) und ist Professor an der Fakultät für Biowissenschaften, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Er erhielt mehrere Forschungspreise, 2019 den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis.


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