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Feminismus heute Wofür engagieren sich Studentinnen?

Frauen und Männer sind gleichberechtigt. So steht es im Gesetz. Dass die Realität anders aussieht, ist kein Geheimnis. Diese Frauen kämpfen für Gleichberechtigung. Ihre Methoden sind eigenwillig und Aufsehen erregend.

Von: Franziska Timmer

Stand: 09.04.2018

Fabienne und Theresa beim Formen ihrer Kekse

Zarte Frauenhände beim Backen. Ein Anblick, den wir gewohnt sind – immer noch. Doch Theresa und Fabienne haben eine Mission, die mit dem Klischee „Heimchen am Herd“ gar nichts zu tun hat. Die Freundinnen backen Vulva-Plätzchen. Weibliche Geschlechtsorgane aus Teig, Marzipan und Marmeladenfüllung. Diese kleinen Kunstwerke verteilen die bekennenden Feministinnen auf der Straße.

"Wir wollen auf Feminismus aufmerksam machen. Auf die Frau und auf Weiblichkeit. Denn nicht nur ihre Sexualität, sondern alles an Frauen ist köstlich."

Theresa Bittermann – 28, studiert Soziologie und Genderstudies

Fabienne und Theresa klären Männer über Feminisums auf der Straße auf.

Theresa und Fabienne kämpfen für mehr Gleichberechtigung, wollen die Leute dazu animieren, sich mit Feminismus auseinanderzusetzen. Vor allem wollen sie ihnen die Angst davor nehmen, sich selbst als Feminist oder Feministin zu bezeichnen.

"Ich bin Feministin, weil ich die gleichen Chancen wie jeder andere Mensch haben möchte. Und ich sehe es eben nicht ein, Nachteile zu haben, nur weil ich Brüste hab, weil ich ne Vulva hab."

Fabienne Ward – 24, hat gerade ihr Lehramtsstudium abgeschlossen

Auszug aus Grundgesetz Art.3, Abs. 2

Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin. Art. 3, Abs. 2 Grundgesetz

Sticker der Protestbewegung „De gFOTZErten“

Gesetzlich haben wir die Gleichberechtigung von Mann und Frau erlangt. Doch Frauen verdienen auch heute noch weniger als Männer. Häufig bleibt die Frau Zuhause, während der Mann arbeiten geht. Verhärtete Strukturen, auf die auch "De gFOTZErten", eine Gruppe von Münchner Streetart-Aktivistinnen, aufmerksam machen wollen. Sie agieren anonym, denn nicht die einzelnen Personen, sondern ihre Taten sollen im Vordergrund stehen.

"Fotze ist ja ein Schimpfwort. Zum anderen ist eine gfotzerte Frau im Bayerischen eine Frau, die sich den Mund nicht verbieten lässt."

Ein Mitglied von De gFOTZErten

„De gFOTZErten“ beim Plakatieren in Unterführungen

Mit ihren Aktionen kämpfen sie gegen Rassismus, Homophobie, Sexismus und für Frauenrechte. Sie plakatieren lebensgroße Bilder von starken Frauen in Unterführungen – Orte, an denen sich frau in der Nacht eher unwohl fühlt. Am Equal Pay Day lassen sie Geldscheine regnen, um auf die ungleiche Bezahlung von Frau und Mann aufmerksam zu machen. Weitere Aktionen folgen bestimmt.

Kekse in Form von Vagina und Penis

Protest kann so viel kreativer aussehen als eine Demo mit Transparenten und Trillerpfeifen. Durch kreative Provokation auf fehlende Gleichberechtigung hinweisen - warum nicht mal mit Vulva-Plätzchen oder mit "gfotzerten" Aktionen?


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