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Campus Doku Das Gen-Gedächtnis - Sind Traumata vererbbar?

Können Ängste und traumatische Erlebnisse vererbt werden? Die Epigenetik hat entdeckt, dass es veränderbare biologische Schalter gibt, die durch Traumata die Gene des Menschen beeinflussen- selbst über Generationen hinweg.

Von: Louis Saul

Stand: 30.06.2018

In einem Münchner U-Bahnhof wird eine Frau brutal überfallen - noch Jahre später leidet sie unter Angstzuständen und Schlafstörungen. Ihre Stresshormone sind dauerhaft aus dem Gleichgewicht geraten. Wissenschaftler vermuten, dass das schreckliche Erlebnis auch ihre Gene verändert hat. Viele Gene lassen sich nachweislich an- und abschalten - etwa durch traumatische Erlebnisse, falsche Ernährung oder Drogenmissbrauch.

Dem Gen-Gedächtnis auf der Spur

DNA-Sequenzierung in der Epigenetik

Epigenetik - Übergenetik - heißt der Forschungszweig, der solche Veränderungen untersucht. Besonders weit sind die Forschungen im Bereich der Psychiatrie: Viele Angsterkrankungen scheinen einen epigenetischen Hintergrund zu haben. Die Bundeswehr forscht bereits an Behandlungen für Soldaten, die bei Kampfeinsätzen traumatisiert wurden. Sie erhofft sich von einer epigenetischen Medizin daher Möglichkeiten für junge Soldaten, besser mit diesen Belastung leben zu können.

"Campus Doku" berichtet, wie Therapien auf der Basis epigenetischer Forschung helfen können, und welcher Zusammenhang zwischen unseren Erlebnissen, unseren Genen und sogar den Genen unserer Nachkommen besteht.


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