ARD-alpha

alpha-geschichte Ben-Gurion · Offene Bekenntnisse eines Staatsmannes

Ben Gurion am Interview-Set von 1968. | Bild: BR/NDR/David Marks

Sonntag, 14-5-2023
8:20 nachm. to 9:05 nachm.

  • Untertitel

ARD alpha
2018

Es ist ein Sensationsfund: Ein niemals gezeigtes Interview mit David Ben-Gurion, dem legendären Staatsgründer Israels. Seit 1968 schlummerten die verschollen geglaubten Rollen in den Spielberg Archives in Jerusalem. Der Dokumentarfilm „Ben-Gurion – Offene Bekenntnisse eines Staatsmannes“ präsentiert nun endlich das mit Sicherheit ungewöhnlichste Interview mit dem ebenso so charismatischen wie prophetischen Jahrhundertpolitiker. Anlass des Interviews war eine Recherche für einen Film, der nie zustande kam. Es ist ein besonderer Moment im Leben von Ben-Gurion. Er ist 82 Jahre alt, lebt in der Wüste im Süden Israels, weitab vom Regierungsbetrieb und arbeitet an seinen Memoiren. Seit fünf Jahren hat er alle Ämter aufgegeben, vor kurzer Zeit ist seine Frau gestorben. Und jetzt dieses Interview. In der Abgeschiedenheit und Stille spricht David Ben-Gurion grenzenlos offen, selbstkritisch und analytisch über sein Leben, sein Handeln und über die junge Demokratie Israel. Aber auch über Privates und die Gemeinschaft im Kibbuz. Selten ist ein Staatsmann so kritisch mit sich selbst, der eigenen Biografie und seinem Land ins Gericht gegangen, hat so schonungslos Bilanz gezogen. Dabei schenkt der Film nicht nur einen aufschlussreichen, mitunter intimen Blick in die Vergangenheit, in das Herz und Seelenleben des ehemaligen israelischen Premierministers, sondern konfrontiert den Zuschauer mit heute noch immer hochaktuellen Gedanken und Ideen. „Wenn ich wählen muss zwischen Land oder Frieden, dann ist der Frieden wichtiger“, sagt David Ben-Gurion und stellt sogar die Idee in den Raum, für den Frieden eroberte Gebiete aufzugeben. In Israel füllte „Ben-Gurion - Offene Bekenntnisse eines Staatsmannes“ die Kinosäle und wurde mit dem israelischen Oscar „Ophir Award“ ausgezeichnet. Ein Film, der zum 70. Jahrestag der Unabhängigkeit Israels nicht aktueller sein könnte.

Redaktion: Gábor Toldy