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alpha-retro Fußballnacht alpha-retro: Die großen Fußballclubs - Die Firma heißt AC Mailand (1969)

alpha-retro: Die großen Fußballclubs - Die Firma heißt AC Mailand (1969) | Bild: BR

Freitag, 24.04.2020
23:20 bis 23:50 Uhr

  • Schwarz-weiß

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BundesRepublikDeutschland (historisch) 1969

Der AC Mailand, von den italienischen Fans, also den Tifosi, „Milan“ genannt, war in den Sechzigerjahren einer der modernsten Fußballvereine der Welt. Der unumstrittene Star der Mannschaft war Nationalspieler Gianni Riviera. Aber auch der „goldblonde deutsche Nationalspieler Karlheinz Schnellinger aus Düren“ zählt zu den Stars. Wölbert sagt über ihn, er sei einer der „Glücklichen, denen sich das Fußballparadies Mailand geöffnet hat“. Die Geschäftsstelle des AC Mailand befindet sich in einem noblen Bürohaus in der Innenstadt von Mailand und hat insgesamt 20 Räume mitsamt eigenem Portier. Darüber hinaus gibt es Sekretärinnen und Sekretäre, Stenotypistinnen, Buchhalter, Telefonistinnen, einen Jugendreferenten, einen Pressereferenten usw. Es gibt auch einen Generalsekretär, also einen klassischen Manager – Monatsgehalt 13000 Mark! -, denn der AC Mailand ist eine Aktiengesellschaft. Die Vereine in der Bundesliga hatten damals in ihren Geschäftsstellen eine Sekretärin in Halbtagsstellung und eine Telefonistin, die gleichzeitig Kartenverkäuferin war. Dazu kamen noch ein Platzwart und eine meist ehrenamtliche Wäscherin. Ende. Sozusagen profifußballerische Steinzeit. Der AC Mailand machte vor, was dann später mindestens bei den großen Clubs der Bundesliga normal wurde. Aber dazu brauchte man Geld. Beim AC Milan kommt das Geld über ein mehr oder weniger permanent ausverkauftes Stadion, das San Siro. Mit 95000 Zuschauern ist es ausverkauft, das macht eine Einnahme von 1,3 Millionen Mark. Im Laufe einer Saison erwirtschaftet der Verein dadurch zwischen 14 und 16 Millionen Mark. Und deswegen konnte man in Italien Fußballspieler schon damals wie Generaldirektoren bezahlen.

Autor: Günter Wölbert
Redaktion: Martin Posselt