BR Fernsehen - Zeit und Ewigkeit


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Gedanken zum Fest Mariä Himmelfahrt Mit Äbtissin M Petra Articus OCist

Stand: 06.08.2021 | Archiv

Abtei Chiaravalle della Colomba mit Sonnenblumen | Bild: BR

Klöster und ihre Kreuzgänge sind hier auf der Erde wie ein kleiner Vorgeschmack auf den Himmel. Was macht sie zu besonderen Orten?

Klöster bieten Heimat für alle, die sich nach einem Zuhause sehnen und daheim ankommen wollen. Sie lassen Raum für alles, was sich nach Heilung sehnt. Sie öffnen den Blick für den Himmel, für das Ewige.

Orientierung und Sinn
So ist für Äbtissin Petra M. Articus OCist auch die Abtei Chiaravalle della Colomba ein "heiliger Ort“, dem sie ihre besondere Aufmerksamkeit widmet. Über die Jahrhunderte hinweg sind unzählige Frauen und Männer dorthin gepilgert, um wieder Orientierung für ihren Weg und einen Sinn für ihr Leben zu finden.

Zukunft bei Gott
Gerade an einem Fest wie Mariä Himmelfahrt wird die Botschaft der eindrucksvollen Mauern und Säulen besonders greifbar: "Mensch, Gott hat für dich einen Platz im Himmel bereitet. Deine Zukunft liegt dort, wo Gott zuhause ist. Deine Heimat ist seine Heimat. Du darfst dorthin zurückkehren, woher du kommst. Du darfst heimkehren. Dein Lebensweg ist ein Heimweg!"

Die Sendung ist untertitelt - Bayerntext-Seite 150

Manuskript (deutsche Fassung) Format: PDF Größe: 269,46 KB

Manuskript (italienische Fassung) Format: PDF Größe: 99,65 KB

Äbtissin M. Petra Articus
1999 wurde M. Petra Articus zur 43. Äbtissin der Zisterzienserinnenabtei Seligenthal in Landshut gewählt. Petra Articus wurde in Husum geboren und wuchs in Niederbayern auf. In Deggendorf besuchte sie die Schule der Englischen Fräulein.

Äbtissin M. Petra Articus

1969 trat Petra Articus in das Kloster ein. Mehr als 25 Jahre unterrichtete sie in Seligenthal. Viele der Schwestern dort sind als Lehrerinnen und Erzieherinnen in den Bildungs- und Betreuungseinrichtungen der Schulstiftung Seligenthal tätig. Nach dem Abschluss des Kindergärtnerinnen-Seminars in Landshut und einem Studium der Sozialpädagogik wirkte Petra Articus im Internat der Abtei Seligenthal als Erzieherin.

Ende 2000 durch die Abtei unter Leitung von Äbtissin Petra gegründet, hat die Schulstiftung Seligenthal die Trägerschaft für einen Kindergarten, eine private Grundschule mit Hort, ein Gymnasium mit Ganztagsbetreuung, eine Wirtschaftsschule und eine Fachakademie für Sozialpädagogik.

2004 wurde mit der Generalsanierung der Klosteranlage begonnen. Für ihr soziales und pädagogisches Engagement sowie für die Generalsanierung wurde Äbtissin Petra 2009 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. 2013 erhielt sie den Bayerischen Verdienstorden, den höchsten Orden des Freistaats.

Kontakt:
Zisterzienserinnen-Abtei Seligenthal
Bismarckplatz 14
84034 Landshut
Seligenthal

Impressionen aus der Abtei Seligenthal

Der Orden
Die Zisterzienser sind ein kontemplativer Orden, der durch Reformen aus dem Benediktinerorden hervorgegangen ist. Gegründet wurde er im Jahr 1098 in Frankreich. Die Zisterzienser waren der erste zentral organisierte Orden der Christenheit. Ihr Name leitet sich vom Ursprungskloster Cîteaux ab. Die Mönche und Nonnen leben nach der Regel des heiligen Benedikt.

Ihr Leben ruht auf zwei Säulen: auf Gebet und Arbeit. Einer der bedeutendsten Vertreter des Ordens war der heilige Bernhard von Clairvaux. Er sorgte für die Ausbreitung der Zisterzienser in ganz Europa. Heute gibt es weltweit rund 2300 Zisterzienser in 159 Klöstern.

Der Drehort
Die Abtei Chiaravalle della Colomba in der Po-Ebene zwischen Piacenza und Parma ist eine der frühesten und am besten erhaltenen Niederlassungen der Zisterzienser in Italien. Gegründet wurde sie auf Einladung des Bischofs und der Bürger von Piacenza von Mönchen aus dem Kloster Clairvaux in Burgund, worauf auch ihr Name zurückzuführen ist. Möglicherweise war der heilige Bernhard von Clairvaux an der Gründung beteiligt.

Abtei Chiaravalle della Colomba

Einer Legende zufolge soll eine weiße Taube Strohhalme abgelegt und so den Ort bezeichnet haben, an dem die Abtei errichtet werden sollte. Schriftliche Quellen belegen ihre Existenz ab 1136. Schon bald wurde Chiaravalle della Colomba zur Mutterkirche anderer Klöster. 15 wurden allein in der Po-Ebene um Piacenza, Cremona, Parma und Modena herum gegründet.

Der Aufbau und die Gebäude des Klosters folgen den Vorgaben des zisterziensischen Bauprogramms. Der gotische Kreuzgang ist das Herz der Klosteranlage. Die Knotensäule an seiner Südwestecke zählt zu den Meisterwerken der Steinmetzkunst.


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