Religion


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Mariä Himmelfahrt Ein Kraut für Liebe, Frieden und einen guten Schlaf

Wo Katholiken in bayerischen Gemeinden in der Mehrzahl sind, haben sie einen freien Tag. Dort feiert man die Aufnahme Mariens in den Himmel mit einem Strauß von Kräutern.

Stand: 11.08.2017 | Archiv

Kräuter auf weißem Hintergrund | Bild: colourbox.com

Kräuter für Liebe, Gesundheit und Wohlstand

Marienverehrung und Kräuterweihe

Der Legende nach haben die Jünger Jesu, als sie das Grab Mariens öffneten, darin nicht den Leichnam, sondern Rosenblüten und Kräuter gefunden. Daraus entwickelte sich der Brauch, Kräuter an Mariä Himmelfahrt zu weihen. Aus den Kräutern bereitete man bei Krankheiten einen Tee, falls ein Vieh krank wurde, wurden geweihte Kräuter ins Futter gegeben, bei Unwetter warf man Kräuter ins offene Feuer, um sich zu schützen. Den Brauch gibt es etwa seit dem 10. Jahrhundert.

Rosmarin für Mut, Pfefferminze für die Liebe, Salbei für Wohlstand und Erfolg: eigentlich kann jedes Kraut in den Strauß gebunden werden, das man findet oder im Garten hat. Wie viele Kräuter in einen Kräuterbuschen müssen, schwankt von Region zu Region. Meist handelt es sich um eine symbolträchtige Zahl, etwa sieben - für die Schöpfungstage. Zu den sieben Hauptkrätuern zählen Wermut, Kamille, Johanneskraut, Salbei, Königskerze, Spitzwegerich und Arnika. Oder die Anzahl der Kräuter besteht aus einer durch drei teilbare Zahl als Symbol für die Dreifaltigkeit.

Was wird gefeiert?

Maria ist als Mensch mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden. Das feiern die katholischen Christen am 15. August mit zahlreichen Gottesdiensten und Prozessionen.  Eingeführt wurde der Tag im Jahr 431 von der Ostkirche. Die katholische Kirche hat ihn im 7. Jahrhundert übernommen.

Allerdings: nicht überall in Bayern ein Feiertag

In Deutschland ist Mariä Himmelfahrt im Saarland und in großen Teilen Bayerns ein gesetzlicher Feiertag, überall dort, wo mehr Katholiken als Protestanten wohnen. Konkret heißt das: In gut 1700 von insgesamt 2056 Gemeinden im Freistaat ist der 15. August arbeitsfrei, so zum Beispiel in Ober- und Niederbayern. Das gilt auch für die meisten Städte und Gemeinden in der Oberpfalz, in Schwaben und in Unterfranken, in denen mehr Katholiken als Protestanten leben. In weiten Teilen von Mittel- und Oberfranken, beispielsweise in Nürnberg, Ansbach und Bayreuth, wird an Mariä Himmelfahrt gearbeitet und die Läden haben geöffnet.

Wer frei hat und wer nicht

Kräuterbuschen sollen Schutz bringen


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