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Gedanken zum Aschermittwoch Mit Abt Johannes Eckert OSB

Stand: 02.03.2019 | Archiv

Abt Johannes Eckert  | Bild: BR

Geht mir etwas ab in meinem Leben? Habe ich im Laufe der Jahre etwas verloren, was mir früher wichtig war? Was möchte ich wiederfinden? Viele Menschen stellen sich Fragen wie diese. Von Zeit zu Zeit. Immer wieder. Ein Leben lang.

„Es geht darum zu prüfen, was meinem Lebensglück dient oder was mich daran hindert, meine Lebensfreude zu finden“, meint Johannes Eckert, Abt der Benediktinerabtei Sankt Bonifaz in München und Andechs. Er umschreibt damit den Kern der vorösterlichen Bußzeit. Die 40 Tage der Fastenzeit sollen dazu dienen, den Geschmack am Leben neu zu entdecken.

Blick in drei Richtungen

Bei dieser Suche nach Leben in Fülle haben sich im Laufe der Geschichte drei Blickrichtungen bewährt: „Schau nach innen, schau nach außen und schau nach oben!“ Abt Johannes Eckert ist überzeugt, dass es sich lohnt, seinen Blick laufend zu schärfen, um damit sich selbst, seine Mitmenschen und Gott auf faszinierende Weise neu zu entdecken.

Weitere Informationen:

Abt Johannes Eckert OSB

Als Nachfolger von Abt Odilo Lechner wurde Pater Johannes Eckert 2003 zum achten Abt der Benediktinerabtei Sankt Bonifaz und zum 33. Abt in Andechs gewählt und im Februar 2015 für weitere zwölf Jahre in diesem Amt bestätigt. Der 49-Jährige stammt aus dem Neckar-Odenwald-Kreis. 

In Mosbach geboren und aufgewachsen, absolvierte er nach dem Abitur seinen Zivildienst im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vincenz von Paul in Ruhpolding und studierte anschließend in München Katholische Theologie mit den Schwerpunkten Religionspädagogik und Sozialethik. 

Durch Praktika bei BMW in München erwarb Eckert zusätzliche Qualifikationen im Bereich Bildungsmanagement. 1993 trat er in die Abtei Sankt Bonifaz ein. Seit 1995 begleitete er Exerzitien für Manager in Andechs und beriet Unternehmen im Bereich Ethikmanagement. 

Mit einer pastoraltheologischen Arbeit, die einen Vergleich zwischen der Unternehmenskultur der BMW AG und der benediktinischen Spiritualität unternimmt, wurde Johannes Eckert 1999 zum Doktor der Theologie promoviert. 

Nach der Priesterweihe 2000 war er zunächst als Kaplan, dann als Pfarrer Seelsorger der vom Kloster Andechs betreuten Pfarreien in Erling und Machtlfing.

Kontakt:
Benediktinerabtei Sankt Bonifaz
Karlstraße 34
80333 München

www.sankt-bonifaz.de

Der Orden

Die Benediktiner sind ein kontemplativ ausgerichteter Orden. Die Mönche leben nach der fast 1500 Jahre alten Regel des heiligen Benedikt von Nursia. Die Leitlinien, die der als Vater des abendländischen Mönchtums geltende Heilige darin zu Beginn des 6. Jahrhunderts für die Mönche seines Klosters Monte Cassino in Italien formulierte, basieren auf älteren Klosterregeln des Ostens und des Westens und bilden den Rahmen für ein geistliches Leben in der Nachfolge Jesu in der klösterlichen Gemeinschaft. Grundlegend dafür sind Gebet, Arbeit und geistliche Lesungen.

Die Benediktsregel breitete sich in ganz Europa aus und prägte die abendländische Kultur des Mittelalters maßgeblich. Die Benediktinerabtei Sankt Bonifaz in München gehört der Bayerischen Benediktinerkongregation an. Ein Teil des Konvents lebt in Andechs, dem ältesten Wallfahrtsort Bayerns und Wirtschaftsgut der Abtei.

Zu den Drehorten

Das Fundbüro der Landeshauptstadt München

Rund 40.000 Fundsachen landen jährlich im Fundbüro der Landeshauptstadt München, wo sie registriert und verwahrt werden: Schlüssel, Handys, Ausweise, Geldbeutel, Kleidungsstücke, Schmuck, Spielsachen, Fahrräder und vieles andere mehr – bis hin zu Krücken und Gebissen. Weniger als die Hälfte der Fundsachen werden von ihren Besitzern wieder abgeholt. Nicht abgeholte Gegenstände, deren Besitzer nicht ermittelt werden können, werden nach Ende der Abholfrist versteigert, für soziale Zwecke verwendet oder vernichtet.

Die Abtei Sankt Bonifaz in München

In unmittelbarer Nähe des Königsplatzes in der Münchner Maxvorstadt liegt die Benediktinerabtei Sankt Bonifaz, eine Stiftung des bayerischen Königs Ludwig I. aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Rund drei Jahrzehnte nach der Säkularisation wollte dieser durch die Wiederherstellung alter und die Einrichtung neuer Klöster die Traditionen des geistlichen Lebens in Bayern neu beleben.

Die ursprüngliche Abteikirche gestaltete Georg Friedrich Ziebland nach dem Vorbild frühchristlicher Kirchenbauten als fünfschiffige Basilika mit Säulenarkaden und offenem Dachstuhl. Nach deren fast völliger Zerstörung durch Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg baute Hans Döllgast den südlichen Teil der Basilika in einen modernen Zentralbau um, dessen Mitte – die Altarinsel – in den 1990er Jahren durch einen zeltartigen Lichtkörper zusätzlich hervorgehoben wurde. Ein Fries farbiger Gemälde von Peter Burkart belebt die schlichten Wände über den Arkaden des früheren Mittelschiffs.


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