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Service Gesundheit Tipps gegen trockene Augen im Winter

Trockene Augen können sehr unangenehm sein. Meist sind sie gerötet, jucken und brennen. Oftmals haben die Betroffenen auch das Gefühl, dass ein Fremdkörper das Auge reizt, obwohl sie nichts im Auge haben. Infos und Tipps rund ums Thema trockene Augen von Augenärztin Dr. Alexandra Király-Bösl.

Stand: 17.01.2017

Aus einer Pipette tropft ein Tropfen Flüssigkeit in ein geöffnetes Auge. | Bild: colourbox.com

Wie entstehen trockene Augen?

Normalerweise befeuchtet der Tränenfilm beim Blinzeln gleichmäßig die Oberfläche des Auges. Dieser Tränenfilm ist sehr wichtig, denn er reinigt Fremdkörper aus den Augen, wehrt Krankheitserreger ab und hält die Augenoberfläche glatt und elastisch, damit wir scharf sehen können.

Bei Patienten, die an trockenen Augen leiden, ist die Befeuchtung der Augen gestört. Das kann daran liegen, dass entweder zu wenig Tränenflüssigkeit produziert wird oder die Zusammensetzung des Tränenfilmes nicht optimal ist. Mögliche Ursachen dafür sind:

  • Krankheiten, z. B. Rheuma, Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen oder Neurodermitis
  • Altersbedingte Schleimhautveränderungen
  • Medikamente, wie z. B. Aspirin, Betablocker, Antihistaminika (Allergiemedikamente)
  • Zugluft, Tabakrauch oder trockene Heizungsluft
  • Kontaktlinsen, denn dadurch kann der Tränenfilm schneller verdunsten
  • Veränderter Sexualhormonstatus in bzw. nach den Wechseljahren
  • Verstopfte oder entzündete Meibom-Drüsen (Talgdrüsen am Rand der Augenlider, die Lipide produzieren). Dadurch ändert sich die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit, d. h. die Fettschicht fehlt, was dazu führt, dass die Tränenflüssigkeit schneller verdunstet.
  • Konzentriertes Arbeiten am Computer kann ebenfalls zu trockenen Augen führen, da man dabei in der Regel seltener blinzelt. Normalerweise blinzeln wir etwa 10 bis 15 mal pro Minute. Menschen, die konzentriert in den Bildschirm starren, häufig nur 1-2 mal pro Minute. Dadurch wird weniger Tränenflüssigkeit auf dem Auge verteilt. Augenärzte sprechen bei dieser Form der trockenen Augen vom "Office-Eye-Syndrom" (Büro-Augen-Syndrom).

Soll man bei trockenen Augen einen Augenarzt aufsuchen?

Unbedingt, da eine andere Krankheit dahinterstecken kann. Zudem sind trockene Augen anfälliger für Infektionen. Patienten, die an einer chronisch-entzündlichen Krankheit (z. B. Multiple Sklerose, Rheuma oder Morbus Crohn) leiden, können im schlimmsten Fall sogar erblinden.

Wie werden trockene Augen behandelt?

Ist eine Krankheit oder ein Medikament der Auslöser, sollte die Krankheit behandelt bzw. das Medikament ausgewechselt werden. Sind die Meibom-Drüsen verstopft, versucht man diese wieder frei zu bekommen.

Gegen die Beschwerden helfen zudem Tränenersatzmittel in Form von Gels oder Augentropfen, die einen künstlichen Film auf den Augen bilden und diese so vor dem Austrocknen schützen. Künstliche Tränen schaden dem Auge auch dann nicht, wenn sie über einen längeren Zeitraum regelmäßig angewendet werden.

Tipp

Verwenden Sie lieber Einmaldosen - diese sind besser verträglich, da sie keine Konservierungsstoffe enthalten.

Wie kann man trockenen Augen vorbeugen?

  • Verbessern Sie das Raumklima, indem sie regelmäßig lüften, nicht in Räumen rauchen und vor allem jetzt in der Heizperiode einen Luftbefeuchter aufstellen.
  • Trinken Sie viel.
  • Vermeiden Sie Zugluft.
  • Blinzeln Sie bewusst häufiger, wenn Sie am Computer arbeiten und machen Sie regelmäßig Pausen.
  • Achten Sie bei Augenkosmetika (Wimperntusche, Kajalstift & Co.) darauf, dass diese die Augen nicht reizen.

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