BR Fernsehen - Unter unserem Himmel


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Eine Reise durch Kärnten Fastentuch und Osterei

Zur Fastenzeit werden in einigen Kirchen Fastentücher aufgezogen, riesige Tuchmalereien, die Geschichten aus der Bibel und Begebenheiten aus dem Leben Jesu aufzeigen. Wir haben uns die Fastentücher in Gurk und Millstatt angesehen und noch andere Besonderheiten rund um Ostern in Kärnten wie das "Tafelngehn", "Kugelwerfen" oder "Eierhacken".

Stand: 29.04.2018 | Archiv

Ein Film von Josef Schwellensattl

Fastentücher und Osterbräuche führen uns durch Kärnten. In Millstatt filmen wir, wie solch ein riesiges Fastentuch aufgezogen wird und dann wie ein Vorhang den gesamten Hochaltar verdeckt. Das Millstätter Fastentuch zeigt auf nahezu 50 Quadratmetern Leinwand 41 mit Leimfarben gemalte Einzelbilder: aus dem Alten Testament, Begebenheiten aus dem Leben Jesu sowie seiner Passion. Das Millstätter Fastentuch gilt als das schönste Fastentuch, aber das behauptet der Haimburger Pfarrer Josef Damej von seinem auch. In Gurk hängt das größte und älteste Fastentuch, es stammt aus dem Jahr 1458. Auf einer Fläche von fast hundert Quadratmetern hat Meister Friesach 99 Bilder untergebracht.

Tresdorf im Mölltal

Am Gründonnerstag zeigen wir in Pleßnitz das "Tafelngehn“. Dabei laufen die Kinder des Dorfes bei Einbruch der Dunkelheit mit Tafeln und Ratschen durch den Ort. Einige Ratschen sind so groß, dass sie von zwei Burschen getragen werden müssen, und der Lärm, den sie erzeugen, ist ohrenbetäubend.
Am Karfreitag sind wir beim "Kreuzziehen“ in Tresdorf im Mölltal. Das "Kreuzziehen“ ist eine Art Passionsspiel, aber während des gesamten Spielverlaufs wird kein Wort gesprochen. Die Akteure tragen Masken und erzählen die Handlung nur mit Gesten.

Am Sonntag sind wir beim "Kugelwerfen“ in Zelsach, und am Ostermontag beim "Eierhacken“ vor der Kirche St. Wolfgang. Hier lassen die Erwachsenen die Kinder ihre bunten Ostereier ins Gras legen und versuchen, mit einer Münze das Ei so zu treffen, dass die Münze im Ei stecken bleibt.


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