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Unter unserem Himmel Das Bürgerspital in Würzburg

700 Jahre ist es her, dass ein Würzburger Bürgerpaar das Bürgerspital gegründet hat. Sein Zweck, pflegebedürftige Menschen aufzunehmen, besteht bis heute und wird vom dazugehörigen, florierenden Weingut mitgetragen.

Stand: 04.11.2016 | Archiv

Ein Film von Hiltrud Reiter

Das ganze Jahr über herrscht großer Auftrieb in Würzburg – zur Feier eines außergewöhnlichen Geburtstages: die Stiftung Bürgerspital wird 700 Jahre alt. 
Das betuchte Würzburger Bürgerpaar Johannes und Mergardis von Steren will nach einer Romreise 1316 armen, kranken und alten Menschen ihrer Stadt helfen und gründet eine Stiftung. Vor den Toren der alten Stadt bauen sie ein Spital zur Pflege der "an Gebrechen leidenden Christgläubigen" und zur Versorgung der hungernden Armen. Das war in damaliger Zeit eine geniale Idee, die nach 700 Jahren lebendiger denn je ist – "die Stiftung war und ist ein Glücksfall für die Bürger der Stadt und die gesamte Region", so der Bürgermeister.

Stiftung finanziert Spital

Zu den vielen großzügigen Zustiftungen gehören Geldanlagen, Liegenschaften, Immobilien, ehrenamtliche Arbeiten und die Weinberge. Bald schon finanziert das Bürgerspital seine wohltätigen Leistungen aus der Landwirtschaft, der Vermögensverwaltung und den Reb-Erträgen. Heute steht die Stiftung auf dem Höhepunkt ihrer Wirkungskraft. Etwa 800 Senioren werden derzeit in den bürgerspitälischen Einrichtungen therapiert, versorgt und gepflegt.

Weinanbau sorgt für Erfolg

Das Weingut des Bürgerspitals gehört heute mit seinen 120 Hektar Weinbergen zu den größten und erfolgreichsten Weingütern Deutschlands. Die Hang- und Steillagen entlang des Mains bieten mit ihren Keuper- und Muschelkalkböden beste Voraussetzungen für eine namhafte Qualität der Weine. Und auch die Weinstuben, die moderne Vinothek und das traditionsreiche "Hockerle" des Bürgerspitals gehören mehr denn je zur guten "Wohnstube" Würzburgs, zum Treffpunkt auf ein "Viertele". Die Stiftung Bürgerspital wird nach 700 Jahren als "Initialzündung für dauerhaftes, bürgerschaftliches Engagement" gewürdigt, das bis heute trägt.


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