BR Fernsehen - Unter unserem Himmel


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Unter unserem Himmel Am Gardasee

Das Westufer des Gardasees wird die Zitronenriviera genannt, das Ostufer die Olivenriviera. Filmautor Josef Schwellensattl besucht Olivenbauern und eine Limonaia, einen in den Hang gebauten Zitronengarten. In Garda führt die Reise zu den Fischern, in Gardone lässt er sich im Grand Hotel die Churchill-Suite zeigen und schließlich von Gräfin Livia Cavazza Talbot die einzige bewohnte Insel im Gardasee. Endstation ist Peschiera, eine der schönsten Städte am See.

Stand: 13.04.2020 | Archiv

Ein Film von Josef Schwellensattl

Die alte Stadt Riva liegt an der schmalen Nordküste des Gardasees. Hier beginnt der See wie ein skandinavischer Fjord und hier geht es aufs Schiff, auf die "Tonale", für die Reise im Zick-Zack über den See: von Riva nach Malcesine, Gargnano, Garda, und so weiter bis Peschiera.

Fabio Gandossi, der Zitronenbauer der „Limonaia“ in Gargnano.

Es ist die Zeit, in der die Olivenbäume beschnitten werden, und Mario, der Olivenbauer, schwärmt: "Das beste Öl ist das von hier, das macht das Klima." Auch die Zitronen von Fabio Candossi in Gargnano sind auf ihre Weise die besten. Ihre Schale birgt viele ätherischen Öle und sie haben eine feine, milde Säure. Fabios Vater, Giuseppe, hat vor vielen Jahren eine alte aufgelassene Limonaia gekauft. Limonaie sind in den Hang gebaute Zitronengärten, die sich über Etagen aufbauen und im Winter vollständig eingehaust werden.

Ernte von der Zitronenriviera am Westufer des Gardasees.

So eine Limonaia ist wie ein Tempel aus alter Zeit, als die Menschen auch noch Pflanzen verehrten. Fabio fühlt sich wie der Hüter dieses Tempels, er pflegt seine Bäume und stellt mit seinem Vater "Limoncello", Zitronenlikör, und Marmeladen her.

In Garda wird im Frühjahr nur in der Nacht gefischt. Ettore und Mario, die zwei ältesten der insgesamt 30 Fischer, die es in Garda noch gibt, fahren immer zur gleichen Zeit auf den See. Sollte etwas passieren, dann weiß der eine vom anderen.

Der Gardasee hat eine einzige bewohnte Insel, die Isola del Garda.

Gegenüber von Garda liegt Gardone. Gardone ist der nobelste Kurort am Westufer. Das Grand Hotel ist dafür ein Beweis. Unter den illustren Hotelgästen, unter Königen und Filmstars, war einer, dessen Besuch bis heute besonders nachwirkt: Winston Churchill. Der Besitzer des Hotels zeigt die Suite, in der Churchill logierte, und sagt: "Obwohl wir andere Suiten haben, die noch schöner sind als diese, wollen alle die Churchill-Suite."
Der Gardasee hat eine einzige bewohnte Insel. Sie gehört den Grafen Cavazza und erst seit wenigen Jahren dürfen Besucher auf diese Insel. Gräfin Livia Cavazza Talbot erzählt von der traumhaften Kindheit, die sie mit ihren sechs Geschwistern und den Kindern der Gärtner auf der Insel verbrachte, weiß aber selber nicht, wie die vielen Eichhörnchen auf die Insel gelangten, da Eichhörnchen sonst rund um den See nicht zu finden sind.
Endstation ist Peschiera, eine der schönsten Städte am See. In vier Kanälen fließt das Wasser durch sie hindurch aus dem See und wird wieder zum Fluss, dem Mincio. Die Stadt gewährt über zwei Tore Einlass, über die Porta Verona und über die Porta Brescia, an der der Gondoliere seinen Anlegeplatz hat. Peschiera ist eine Festungsstadt schon seit der Römerzeit, aber das, was man heute noch sieht, haben die Venezianer gebaut, und später die Habsburger.


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