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Rollat und Bajazzo Eine Fasnacht in den Karnischen Alpen

Sappada ist eine deutsche Sprachinsel im Veneto und heißt in der alten Sprache der Einheimischen "Plodn". Josef Schwellensattl war dabei, wie Masken geschnitzt, Kostüme vorbereitet werden und Fasnacht gefeiert wird.

Stand: 28.12.2015 | Archiv

Ein Film von Josef Schwellensattl

Die wichtigsten Tage der Plodner Fasnacht sind die drei letzten Sonntage vor der Fastenzeit: der Bettlersonntag, der Bauernsonntag und der Herrensonntag. Hauptfigur der "Plodar Wosenocht" aber ist der Rollat. Seine Maske soll streng wirken, er trägt einen Pelz und einen Besen. Der Rollat hat seinen Namen von den Eisenrollen, die er umgehängt hat und bei jedem Schritt läuten.

Jedes Jahr werden neue Masken geschnitzt

Die Familien in Sappada besitzen mehr als vierhundert geschnitzte Masken. Vierzehn Masken stammen aus dem 19. Jahrhundert, zwei sogar aus dem 18. Jahrhundert. Jedes Jahr aber werden neue Masken geschnitzt, denn jeder "Ploder", der maskiert am Fasching teilnimmt, will sein Gesicht unter einer neuen "Lorve" verstecken. Unerkannt und auf scherzhafte Weise will er so seinen Mitbürgern die Verfehlungen, die Missgeschicke, die Angebereien des vergangenen Jahres vorhalten.

Ein maskierter Mensch ist in Plodn ein "Lotter". Der Lotter redet nicht, der Lotter "tuat goschn". "Goschn", also mit verstellter Stimme reden, dürfen die Lotter nur auf Plodarisch, nur in dem mittelhochdeutschen Dialekt, der in Plodn immer noch in den meisten Familien gesprochen wird.

Der Rollat ist die Hauptfigur der "Plodar Wosenocht"

Fabrizio Boccinger, der Schmied, Manuel Graz, der Spengler und Maskenschnitzer, Fabrizio Puicher, der Tischler und legendäre Rollat, Stefan Gratter, der Schilehrer, Pius Piller-Roner, der Bauer, Peter Piller-Roner, der Straßenarbeiter, Vittorina Piller mit ihrer großen Familie und viele mehr bringen uns in diesem Film die Fasnacht und den kleinen Ort in den Karnischen Alpen nahe.    


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