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Private Kredite für findige Bauern Kleinvieh macht auch Mist

Ein neuer Backofen, ein Hofladen oder ein neuer Stall: Immer mehr Landwirte nutzen Crowdfunding für ihre Projekte. Ihre Kunden, die mitinvestieren, werden dabei auch schon mal in Naturalien am Gewinn beteiligt.

Stand: 26.01.2019 | Archiv

Ein Film von Gabriele Mooser

Auch kleine Bauern haben gute Zukunftschancen, wenn sie eine clevere Geschäftsidee finden. Die Frage ist nur, wie sie das Startkapital herbekommen, denn Kleinbetrieben gewährt man nicht so leicht einen größeren Bankkredit. Es geht aber auch anders. Immer mehr findige Köpfe setzen auf "Crowdfunding": sie suchen sich viele private Geldgeber, die ein Mini-Darlehen geben - womit auch große Summen zusammenkommen. Für die Anleger ist der potenzielle Verlust gering, aber den meisten geht es ohnehin nicht ums Geld, vielmehr wollen sie eine gute Idee unterstützen.

Rendite in Naturalien

Alexander Agethle war einer der ersten Landwirte, die ein "Crowdfunding" -Projekt realisiert haben. 

Auch Landwirte nutzen dieses Finanzierungsmodell  – und bieten eine attraktive Form von Rückzahlung. Die rund 160 Leute, die dem Südtiroler Bio-Bauern Alexander Agethle Geld geliehen haben, als er die alte Dorfsennerei in Schleis kaufen und modernisieren wollte, bekommen dafür 10 Jahre lang Gutscheine für frische Milch und Bio-Käse. 

Crowdfunding in Bayerns Landwirtschaft

Mittlerweile macht das Konzept auch in Bayern Schule. Im oberbayerischen Zorneding hat Franz Lenz mit Hilfe des Münchner Vereins "Genussgemeinschaft Städter und Bauern" genügend Geldgeber für seinen neuen Stall aufgetrieben und auf dem Leitzachtaler Ziegenhof in Fischbachau konnte Bio-Bauer Werner Haase seinen Hofladen neu bauen. Auch eine Bäckerei in Grünwald bei München will ihre Kunden für einen neuen großen Backofen gewinnen - und mit Brezen und Semmeln zahlen.


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