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traumpfade Entlang der Ilz

Harald Grill erkundet die "Schwarze Perle des Bayerischen Waldes": die Ilz. An ihren Ufern trifft er interessante Menschen und entdeckt auf seiner 65 Kilometer langen Wanderung die einzigartige Natur am Fluss.

Von: Jürgen Eichinger

Stand: 05.08.2014

"Lebens-Läufe", so sagt er, interessieren ihn nicht besonders, aber die "Lebens-Wege" der Menschen, die er trifft - und die Wegränder! Mit dieser Einstellung im Gepäck begibt sich Harald Grill auf eine außergewöhnliche Entdeckungsreise entlang der Ilz. Er erkundet ihre Naturschätze, erforscht ihre Geschichte und lernt die Menschen an ihren Ufern kennen. Seine Begegnungen sind dabei so abwechslungsreich wie der Fluss selbst.

Vom Nationalpark-Ranger Günter Sellmayer erfährt er, warum die Ilz auch "die Schwarze Perle des Bayerischen Waldes" genannt wird: Ihr bräunlich bis schwärzlich gefärbtes Wasser ist kein Schmutz, sondern völlig natürlich. Auf seinen ersten Kilometern durchfließt der Fluss mehrere Moore. Dabei werden Huminsäuren ausgeschwemmt. Sie geben der Ilz ihre charakteristische dunkle Färbung.

Auf Motivsuche in der Steinklamm

Wenige Meter unterhalb von Spiegelau hat die Ilz - die hier noch Große Ohe heißt - in Jahrtausenden die Steinklamm in den Fels gefräst. Die wildromantische Schlucht ist erst seit ein paar Jahren öffentlich zugänglich.

Harald Grill hat sich hier mit seinem Freund Günter Moser verabredet. Für den Fotografen bietet die Klamm eine unglaubliche Fülle an Motiven, von den riesigen, steinernen Rinnen über die tiefen Kolke im Urgestein bis hin zu den gewaltigen Felsblöcken, die oft bewachsen sind mit Moosen und Farnen. Fotos sind Momentaufnahmen. Sie versuchen mit Ausschnitten das Ganze zu zeigen. Für Harald Grill eine neue, ungewohnte Sicht der Dinge.

Von Mühlen und Sägewerken

Unterhalb von Eberhartsreuth, bei Flusskilometer 40, vereinigen sich die Große und Kleine Ohe zur Ilz. Hier steht die Ettlmühle. Sie ist die schönste und älteste, erhaltene Mühle an der Ilz und repräsentiert zugleich einen der schonendsten Eingriffe in den Fluss. Die Mühle erinnert daran, dass der Fluss auch über Jahrhunderte sehr intensiv wirtschaftlich genutzt wurde: Der Ausbau zur Holztrift sowie die Wasserausleitung zur Stromgewinnung und für Sägewerke hatten erhebliche Auswirkungen auf den Fluss. Auch so mancher Mühlenbesitzer hat sich längst angepasst.

Die Schrottenbaummühle etwa bietet sanften Tourismus am Fluss. Harald Grill trifft während seiner Wanderung Menschen, wie den Glaskünstler Erhard Köck, der sich mit der Restaurierung der alten Rosenberger Säge einen kleinen Traum erfüllt hat oder den Fliegenfischer, der nicht nur hier her kommt, um zu fischen, sondern auch um abzuschalten und zu entspannen. "Wer sich im Zeitalter der Geschwindigkeit nicht Rastplätze fürs Nachdenken oder wenigstens fürs gezielte Wahrnehmen schaffen kann, wird vieles übersehen müssen." Auch eine Erkenntnis, die diese Reise für Harald Grill gebracht hat.

Ein Geheimtipp für Träumer

Nach rund 65 Kilometern Wanderung endet unser Traumpfad in Passau. Der grüne Inn, die blaue Donau und die schwarze Ilz machen die Stadt Passau zu einer geographischen Besonderheit - zur Dreiflüssestadt. Die Ilz ist zwar der kleinste der Flüsse, die sich hier treffen, aber dafür der mit Abstand ursprünglichste. Für Harald Grill ist sie deshalb eine faszinierende Verbindungslinie zwischen Wildnis und Zivilisation.

Und noch etwas nimmt Harald Grill von seiner Wanderung entlang der Ilz mit nach Hause: Dieser Fluss präsentiert sich heute nicht nur als einzigartiges Naturjuwel, er ist ein echter Geheimtipp - für Wanderer, Radler, stille Entdecker und - Träumer!

Buch und Regie: Harald Grill
Redaktion: Peter Giesecke


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