BR Fernsehen - Querbeet

Wunder-Lauch oder Heckenzwiebel Rezept: Pfannkuchen mit Wunder-Lauch

Barbara Krasemann ist Selbstversorgerin in Sachen Gemüse. Das wächst bei ihr im Altmühltal nicht immer in klassischen Beeten, sondern überall im Garten. Wie beispielsweise der Wunder-Lauch. Einmal gepflanzt, pflegt er sich selbst – die Gärtnerin muss nur ernten!

Von: Sabrina Nitsche

Stand: 29.04.2022 | Archiv

Allium paradoxum (Wunder-Lauch oder Heckenzwiebel) mit Barbara Krasemann (Dixenhausen) | Bild: BR / Detlef Krüger

Wunder-Lauch oder Heckenzwiebel

Allium paradoxum heißt das Zwiebelgewächs botanisch, um das es der Gärtnerin heute geht. Bei uns nennt man es Wunder-Lauch oder Heckenzwiebel. Wunder-Lauch wohl deshalb, weil die Pflanze einige wunderliche Eigenschaften besitzt, vor allem was ihre Vermehrung betrifft. Heckenzwiebel bezieht sich auf den Standort, den das Gewächs liebt. Es gedeiht am besten unter Hecken und Bäumen, im lichten Schatten.

Die Heckenzwiebeln wachsen auf nahezu jedem Boden, die schönsten Zwiebelchen bilden die Pflanzen in lockeren, humosen Waldböden. Je magerer der Standort, desto feiner sind Laub und Zwiebeln, wachsen kann der Wunder-Lauch hier aber trotzdem. Jetzt im Frühjahr steht er in voller Blüte, kleine weiße Glöckchen auf kantigen Stielen. Im Sommer ist vom Wunder-Lauch übrigens nichts mehr zu sehen, ab Juni zieht die Pflanze oberirdisch ein und wartet dann auf das nächste Frühjahr. Bienen und Hummeln schätzen den Frühblüher, fliegen die Blüten gerne an.

Wundersame Vermehrung!

Wie seine Verwandten Bärlauch und Schnittlauch vermehrt sich auch der Wunderlauch über Samen und über Tochterzwiebeln. Aber damit nicht genug, er bildet an jedem Blütenstiel zudem Bulbillen. Das sind winzige Brutzwiebeln, die nach der Blüte zu Boden fallen und dort neue Pflanzen bilden. So können aus wenigen Exemplaren innerhalb einiger Jahre ganze Wiesen entstehen.

Auch Ameisen scheinen den Samen zu vertragen. So taucht der Wunder-Lauch auch an Stellen auf, die weit von ursprünglichen Standort entfernt liegen. Wer Platz im Garten hat und gerne Kräuter wie Schnittlauch oder Bärlauch verwendet, für den ist der Wunder-Lauch gerade richtig, sagt Barbara Krasemann. Denn im Geschmack ist er eine harmonische Mischung aus beiden.

Essbar von Kopf bis Fuß

Essen kann man beim Wunder-Lauch alles: Blätter, Blüten und Zwiebeln. Putzen braucht man nichts, einfach abwaschen, grob zerkleinern und ab in die Pfanne. Geht es nach Barbara Krasemann darf der Wunder-Lauch in der Frühlingsküche nicht fehlen. Als Suppe, als Gemüse oder auch zum Würzen von ihren Pfannkuchen – Wunder-Lauch ist vielseitig einsetzbar. Sogar die winzigen Brutzwiebeln sammelt die Gärtnerin: über fertige Gerichte gestreut verleihen sie diesen Würze und Biss.

Rezept: Pfannkuchen mit Wunder-Lauch

Zutaten:
- 150 g Mehl
- 1 Teelöffel Backpulver
- 5 Eier
- 150 ml Milch
- Salz, Pfeffer
- etwas Mineralwasser mit Kohlensäure

Je nach Geschmack:
- getrocknete Tomaten
- 200 g Wunder-Lauch
- 200 g Feta
- Blüten und Bulbillen vom Wunder-Lauch
- evtl. Blüten von Frauenmantel und Günsel

Zubereitung:
Mehl mit Backpulver, Eiern und Milch verrühren, Mineralwasser dazu geben bis die Konsistenz stimmt und kurz stehen lassen. Den Wunder-Lauch waschen, grob zerkleinern und in etwas Butter zwei bis drei Minuten andünsten. Zum Teig geben und unterziehen. Anschließend je nach Geschmack noch Fetakäse zerkrümeln und in die Mischung geben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen, den Teig eingießen, getrocknete Tomaten darüber streuen und bei geschlossenem Deckel etwa 20 Minuten garen lassen. Fertig ist der Pfannenkuchen, wenn der Boden braun gebacken ist und der Teig sich gut schneiden lässt. Darüber streut Barbara Krasemann dann noch die Brutzwiebelchen und einige Blüten von Wunder-Lauch, Frauenmantel und Günsel.

Guten Appetit!

Kontakt

Barbara Krasemann
Dixenhausen 23
91177 Thalmässing
Telefon: 0917 378886
Email: inbaerbelsgarten@gmail.com