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DIY im Naturgarten Fledermauskasten bauen

Christian Söder ist Fledermausexperte. Er zeigt heute, wie man mit wenig Aufwand Fledermäusen einen Unterschlupf bauen kann: einen Fledermauskasten.

Von: Tobias Bode

Stand: 15.09.2023

DIY im Naturgarten: Fledermauskasten bauen

Fledermauskasten bauen

Christian Söder möchte einen Fledermauskasten als kleines Spaltenquartier für Zwergfledermäuse bauen. Die kommen in unseren Gärten in der Regel am häufigsten vor. Er verwendet für den Fledermauskasten das Holz einer alten Kellertür. Die musste wegen eines Wasserschadens aus einem Fledermausquartier ausgebaut werden. Die Tür ist bereits mehrere Jahrzehnte alt und besteht aus unbehandeltem Lärchenholz. Von einem Schreiner hat sich Christian Söder die Bretter passend zuschneiden lassen. Das Brett für die hintere Wand ist ca. 50 cm lang, das Brett für die Vorderseite ca. 35 cm, dann gibt es noch ein Dach mit einem leichten Überstand und zwei Holzleisten mit einer Stärke von 2 cm.

Die Seite der Bretter, die später innen im Kasten liegt, raut Christian Söder mit einer Feile an. So entstehen kleine Rillen im Holz, an denen sich die Fledermäuse später festkrallen können. Der Bau des Kastens ist denkbar einfach und laut Christian Söder kommt es dabei auch nicht auf jeden Millimeter an. Wichtig ist nur, dass kein Wasser in den Kasten gelangt und keine Fugen entstehen. Denn Zugluft mögen Fledermäuse überhaupt nicht. Auf das große, innen angeraute Brett schraubt Christian Söder als erstes die beiden Holzleisten. Bündig an der Oberkante, damit später das Dach satt aufliegt.

Anschließend schraubt er das kleinere Brett auf die Leisten, so dass ein im Inneren schmaler Kasten ensteht. Zum Schluss noch das Dach montieren und fertig ist der Unterschlupf für kleine Fledermäuse. Die kleinen Fledermäuse kennen diese Struktur mit kleinen Spalten, am Haus findet man sie daher hin und wieder in kleinen Mauerfugen oder Ritzen am Fenstersims.

Der richtige Platz für den Fledermauskasten

Die Höhe, in der der Fledermauskasten im Garten aufgehängt wird, ist laut Christian Söder gar nicht so relevant. Er hat Fledermäuse schon in Quartieren auf Bodenhöhe, in Kopfhöhe oder auch in Kirchtürmen entdeckt. Er hängt den Kasten in einen Obstbaum, in ca. 3 m Höhe. Entscheidend ist für die Fledermäuse, dass die Umgebung stimmt. Bedeutet: im Garten müssen die Fledermäuse viel zu fressen finden. Sind im Garten Staudenbeete, heimische Wildblumen, Gemüsebeete, Hecken und Sträucher vorhanden, sind normalerweise auch viele Nachtfalter und andere Insekten, die Beute der Fledermäuse, im Garten unterwegs.

Vorausgesetzt, man verzichtet im Garten auf Pestizide. Ein Fledermauskasten ersetzt natürlich keinen alten Obstbaum mit vielen Astlöchern und Totholz. Hierhin ziehen sich viele Fledermäuse natürlicherweise zurück. Aber der Bau eines solchen Kastens bringt die Menschen dazu, sich mit den Tieren zu beschäftigen, so Christian Söders Erfahrung. Und auch regelmäßig am Kasten zu schauen, ob er von Fledermäusen genutzt wird. Das sei schon ein Erfolg, sagt Christian Söder. Meist sieht man die Tiere zwar nicht unbedingt, aber kleine Kotkrümel am Boden verraten, wenn Fledermäuse den Kasten nutzen.

Kontakt

Christian Söder
Email: info@naturgeflatter.de