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Wasserflugzeuge Wenn Flieger schwimmen gehen

Sie bewegen sich in den einsamen Buchten der Südsee, auf den großen Seen Kanadas oder in den Fjorden Skandinaviens - Wasserflugzeuge. Wohin aber, wenn man so ein abenteuerliches Gefährt hautnah erleben will?

Stand: 08.06.2019 | Archiv

…nach Italien, in der Lombardei. Am Comer See schlägt das Herz der Wasserflieger-Szene. Aus ganz Europa kommen Piloten das ganze Jahr hindurch nach Como, um hier ihre Wasserflug-Leidenschaft auszuleben: seit über hundert Jahren schon wird der See als nasse Landebahn genutzt, seit Jahrzehnten bildet der Aero Club Como Hobby-Piloten aus und bietet für Neugierige Rundflüge an. 

Wind und Wasser

Die große Herausforderung bei dieser Art zu fliegen sind Start und Landung. Jedes Mal sind  Wasser- und Windverhältnisse anders, jedes Mal muss man auf andere Dinge achten. Ein Wasserflieger ist Pilot und Segler gleichzeitig, muss ständig auf Boote und Schwimmer im See achten, erklärt Cesare Baj, lange Jahre Präsident des Aero Clubs, Pilot aus Leidenschaft und absoluter Wasserflugexperte.

Aero Club Como

Schon vor über 100 Jahren, im Oktober 1913, fand am Comer See einer der ersten Wasserflugwettbewerbe weltweit statt. 1930 wurde dann der Aero Club Como gegründet, sowie ein Hangar und ein Wasserflugplatz gebaut. Heute ist der Club der älteste Wasserflugbetrieb der Welt, der Piloten für diese ganz besondere Art des Fliegens ausbildet. Und besitzt das älteste Wasserflugzeug der Welt.
www.aeroclubcomo.com

Piloten und Passagiere

Wer will, kann sich beim Aero Club auf einem Wasserflugzeug ausbilden lassen: von der Privatpiloten-Lizenz über die Wasserflugberechtigung bis zum "Pilot companion"-Kurs wird alles angeboten. Zurzeit hat der Aero Club Como 180 lokale und 250 internationale Mitglieder. Unterrichtet wird vorwiegend auf Englisch oder Italienisch.
Einfach nur mitfliegen kann man allerdings ganz ohne Lizenz, nach Anmeldung und gegen Kostenbeteiligung…

Ein Tag am Comer See

Zuerst das unbeschreibliche Erlebnis -  wie ein Adler über den See schweben und aus der Vogelperspektive Villen und Gärten entdecken.
Zurück an Land dann die Erkundungstour.

  • Spazieren in der Villa Carlotta

Die botanischen Gärten der Villa in Tremezzo sind vielfältig - auf 7 Hektar gibt’s asiatische und europäische Pflanzen zu bestaunen. Und in einem kleinen Museum auch das Leben der preußischen Prinzessin Charlotte.
www.villacarlotta.it



  • Zuhören in Bellagio

Der Männerchor "Corale Bilacus" hat mehrere CDs aufgenommen und gibt immer wieder Konzerte. Besonderes Highlight: regelmäßig wandert der Chor singend durch seinen Heimatort Bellagio.

  • Schlafen in Adenauers Sommerresidenz

Die Villa La Collina in Cadenabbia gehört der Konrad-Adenauer-Stiftung. Wo sich einst der Kanzler bei Boccia-Spiel und Krimis erholte, können heute zwischen den Veranstaltungen Touristen übernachten.
www.kas.de/villalacollina/




  • Dinieren mit Wasserflugzeug

Das Hotel San Giorgio in Lenno – seit den 20er Jahren im Familienbesitz – wird gerne von Wasserfliegern angesteuert, weil sich die schwimmenden Flugzeuge am flachen Strand gut festmachen lassen. Die Küche bietet Spezialitäten der Region, darunter Fisch aus dem Comer See.
www.sangiorgiolenno.com

Wasserfliegen in Deutschland

Auch in Deutschland gibt es eine kleine Wasserflugzeug-Szene: die Wasserflugberechtigung kann man etwa in Norddeutschland oder auf der Mosel erwerben. Rund 40 Mitglieder zählt derzeit der Deutsche Wasserflieger-Verband, Tendenz steigend.
Mit dem Sedlitzer See, 150 Kilometer von Berlin entfernt, gibt es jetzt auch einen Wasserlandeplatz ohne flugbetriebliche Beschränkung. Jeder Pilot kann mit seinem schwimmenden Flieger auf dem See landen, wenn er sich vorher bei Betreiber Frank Degen (frank-air.de) angemeldet hat.
Zweimal im Jahr organisiert der Verband am Sedlitzer See ein Wasserflugzeug-Treffen. Gegen eine Kostenbeteiligung ist auch ein Mitflug möglich.
www.deutscher-wasserflieger-verband.de


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