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Winterschwimmen Schmidt Max und der Reiz der Kälte

Schwimmen im eiskalten Wasser – Körper und Kreislauf sind am Limit, Atmen eine echte Anstrengung. Gesund oder gefährlich, cool oder einfach nur crazy? Der Schmidt Max hat sich für ein "Aqua-Camp" bei Burghausen angemeldet...

Stand: 05.01.2019 | Archiv

Bei Minusgraden ins kühle Nass – für Extremschwimmer Christof Wandratsch völlig normal.  Man muss einfach nur wollen, sagt er.

Seit Jahren geht er auch dann schwimmen, wenn andere an der Heizung oder unter einer Wolldecke überwintern. Zwischen meterdicken Eisschichten , in der Eismeile von Murmansk. Ist einer der schnellsten Eisschwimmer der Welt. Seine Begeisterung für’s Freiwasser-Schwimmen im Winter , für die Kraft der Kälte will er in seinen Aqua-Camps weiter geben. In drei Tagen lernen hier  auch Frostbeulen, wie sie minutenlang im eisigen Wasser ohne Schaden überleben.

Tipps für Neulinge vom Weltmeister

Winterschwimmen beginnt man am Besten – im Spätsommer. So gewöhnt sich der Körper allmählich an immer kälter werdende Temperaturen.  Oder besucht einen "Winter-Schwimmkurs". Dafür braucht man Badehose, Bademütze und ein EKG vom Hausarzt. Seinen Neulingen verordnet Wandratsch als erstes Liegestütze oder Dauerlauf zum Aufwärmen. Niemals kaltes Wasser auf kalte Haut, lautet die Devise. Und: sich am Anfang nicht unter Stress setzen oder zuviel zutrauen. Badehose an, Bademütze auf (der Kopf ist besonders empfindlich!) und dann geht’s los, ganz ohne Neopren. Jeder tastet sich im eigenen Tempo an die Kälte heran. Sportlichere versuchen sich später an kleinen Wettkämpfen wie etwa den German Open, in der Jedermann-Staffel über  4x25 Meter.

"Also ich sag’s Ihnen ehrlich: am Ende war die Angst vor der Kälte doch größer als  das Reingehen an sich. Und was ich wirklich gelernt hab: ruhig bleiben!"

Schmidt Max

Schwimmen im Eiswasser

Winterschwimmen macht gesund
Wer ins eiskalte Wasser steigt, regt die Durchblutung an und stärkt sein Immunsystem. Der Körper muss in kürzester Zeit seine Reserven in Wärme umwandeln und überall hin transportieren. Voraussetzung man hat keine Probleme mit dem Herzen.
Winterschwimmen macht schlank
Wer nach dem Eisbad dem Heißhunger widersteht, kann auch noch Kilos verlieren. Schließlich muss der Körper wieder auf Normaltemperatur aufgeheizt werden.
Winterschwimmen kann süchtig machen
Der Kälteschock setzt im Körper jede Menge Adrenalin und Endorphine frei, Glücksgefühle und gute Laune begleiten die Eisbader dann den Tag über.

"Zehn Minuten in kaltem Wasser zu schwimmen ist wie 90 Minuten in normalem Wasser."

Christof Wandratsch

Wöhrsee

Am Burghauser Wöhrsee – 900 Meter lang, 120 Meter breit, idyllisch gelegen unterhalb der weltlängsten Burganlage - trifft sich die Ice-Swimming Szene. Dort gibt’s alles, was Winterbader brauchen: Umkleiden, abgesteckte Trainingsbahnen, zum Aufwärmen Holzzuber mit warmem Wasser und Infrarotkabinen.  Die Winterbadestelle  ist täglich von 7 bis 18.30 Uhr  geöffnet, mittwochs (14.15 – 15.00 Uhr) und donnerstags (17.45 – 18.30 Uhr) treffen sich regelmäßig Schwimmer.  Nur wenn sich auf dem See zu dickes Eis bildet, müssen sie eine Pause einlegen und in die Salzach ausweichen.

Ablauf Aqua-Camp

Vom Wöhrsee ist das Aqua-Camp inzwischen umgezogen an den Tegernsee/Schliersee.
Tag 1
Treffen in Gmund. Kurze Einweisung und "Aufwärm"-Training im Tegernsee.
Tag 2
Je nach Wetter Einschwimmen im Schliersee und Spitzingsee vor dem Frühstück. Danach Schwimmen in der Mangfall.
Nachmittags Videoanalyse und Techniktraining im Hallenbad.
Tag 3
Je nach Wetter und Laune schwimmen in einem der Seen.
Weitere Informationen unter www.wandratsch.de


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