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Todsichere Geschäfte Bestatter unter Druck

Gestorben wird immer und überall. Doch anders als in Frankreich, England oder den Niederlanden, wo längst Konzerne den Markt beherrschen, sind die meisten Bestattungsinstitute in Deutschland noch in Familienhand. Oft in der 3. oder 4. Generation - aber nicht selten fehlt der Nachfolger. Das macht sie interessant für Investoren und Start-ups, die in der Branche verstärkt auf Einkaufstour gehen….

Stand: 20.11.2023

Zum Beispiel das Berliner Unternehmen „Mymoria“. Es kauft deutschlandweit Bestattungsinstitute auf, mit dem Ziel, Marktführer zu werden. Angetreten ist es mit dem Versprechen, das Geschäft durch Digitalisierung transparenter zu machen und so frischen Wind in eine verstaubte Branche zu bringen. Der Gründer Björn Wolff kommt aus der Werbe- und Tourismusbranche. Er ist überzeugt: „Das Umsetzen einer Bestattung ist keine Raketenwissenschaft“. Viele alteingesessene Familienbetriebe sehen das naturgemäß anders. Kein Wunder: Die Branche ist für ihre Verschwiegenheit berühmt- berüchtigt. Und jeder, der am Geschäft mit dem Tod partizipiert, verteidigt sein Revier.

Dass der Bestatter-Beruf bisher keiner Ausbildungspflicht unterliegt, nutzen auch andere Quereinsteiger für sich und beweisen, dass Pietät nicht automatisch teuer sein muss. Der Markt wird merklich bunter. Doch es wird auch Kritik laut. Welche Auswirkungen hat die Transformation in der Branche für die Verstorbenen und ihre Angehörigen? Braucht es mehr Regulierung und Qualitätssicherung, damit unsere Trauer-Kultur nicht leidet?


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