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Lichtverschmutzung Die dunkle Seite des Lichts

Wir lieben Licht. Es gibt uns Sicherheit, Orientierung, gehört zu jeder modernen Stadt. Doch zu viel und falsches Licht schadet auch: Insekten gehen daran zugrunde, nachtaktive Tiere kommen aus dem Gleichgewicht. Und auch der menschliche Biorhythmus wird empfindlich gestört. Sternenliebhaber, Naturschützer und betroffene Anwohner kämpfen gegen die zunehmende Lichtverschmutzung.

Stand: 27.01.2020

Die Biologin Stefanie Suchy aus Österreich dokumentiert gemeinsam mit einem Astrofotografen die zunehmende Lichtverschmutzung über dem Inntal bei Innsbruck. Als Beauftragte der Tiroler Umweltanwaltschaft wirbt sie für bessere Beleuchtungskonzepte bei Skiliften, Sportanlagen, und Straßenbeleuchtung. Sie weiß: durch den Siegeszug der LED-Technologie wird Licht zwar oft energiesparender und gezielter eingesetzt, aber eben auch immer häufiger. Doch wie ernst werden die negativen Folgen für Mensch und Tier genommen?

Tatsächlich wehren sich immer mehr Bürger gegen störende Beleuchtung in ihrem Wohnviertel. Und so wie Alexander Geiss fühlen sich auch viele Menschen durch  moderne Scheinwerfer an Fahrzeugen und Fahrrädern im Straßenverkehr geblendet. Wieviel davon ist für den Menschen gut verträglich? Wissenschaftler warnen:  Licht mit hohem Blauanteil befördert schädigende, biochemische Prozesse im Auge.

Die technische Entwicklung bei Leuchtmitteln ist rasant, die langfristigen Folgen aber oft noch nicht abschätzbar. Auch für die Städte wären verbindliche Grenzwerte für Lichtimmissionen wichtig. Diese gibt es zum Beispiel in Tschechien und in Slowenien, in Deutschland bisher nicht. Wie kann man die richtige Balance finden zwischen Sicherheits- und Wohlempfinden und der immer noch unterschätzten Gefahr für Mensch und Tier?


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