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Der große Run auf die Berge Neue Herausforderungen für die Retter

Die Bergsportarten werden immer vielfältiger und locken neues Publikum. Folge: Die Bergrettung muss immer häufiger überforderten Bergtouristen helfen. Das bringt die ehrenamtlichen Retter an ihre Grenzen.

Von: Kathrin Denk, Michael Düchs

Stand: 17.10.2018

Dreihundert Watzmann-Überschreitungen an einem schönen Sommertag. In den letzten Jahren ist die Zahl derer, die ihre Freizeit in den Bergen verbringen, immer weiter gestiegen – ein Trend, der in allen Alpenländern zu beobachten ist.

Rettung als Service?

Ob zu Fuß, mit dem E-Mountainbike auf den Gipfel oder im Klettersteig mit teils sehr hohen Schwierigkeitsstufen: Die Bergsportarten werden immer vielfältiger und locken neues Publikum. Auch die "digital natives" gehören mittlerweile dazu, die gerne mit selfies und Videos ihre Abenteuer am Berg dokumentieren. Hinzukommt eine gewisse Servicementalität, ganz nach dem Motto: "Wenn ich nicht mehr weiterkann, geht’s heim mit dem Hubschrauber …"

Fehleinschätzung der älteren Generation

Auch die ältere Generation, die eigentlich eher genusswandern will, wählt oftmals anspruchsvolle Routen, wobei es an der Einschätzung der eigenen Fitness zuweilen hapert. Ein knappes Drittel wählt den Notruf nicht wegen einer Verletzung, sondern wegen Überforderung – die Folge von Selbstüberschätzung. Die meisten der tödlich Verunglückten sind zwischen 50 und 70 Jahre alt. 

Bayerische Bergretter - ein Ehrenamt

Während in Österreich die professionelle Flugrettung einen Großteil der Rettungs-Einsätze übernimmt, leisten dies in Bayern ausschließlich Ehrenamtliche. Sie sind bereit, ihr Leben zu riskieren – unentgeltlich und in ihrer Freizeit. Doch die Anforderungen werden immer größer – umso schwieriger, geeigneten Nachwuchs zu finden.

Autorin Kathrin Denk und Autor Michael Düchs sind bei Rettungs-Einsätzen am Watzmann und zwischen Großglockner und Großvenediger mit dabei und sprechen mit Ausbildern, Rettern und Bergsportexperten.


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