Themen - Geschichte


1

Neues Landesmuseum Regensburger Museum kommt

Bei einem Festakt haben Ministerpräsident Horst Seehofer und Regensburgs Oberbürgermeister Hans Schaidinger den Vertrag zum Museum der Bayerischen Geschichte unterzeichnet. Damit wird der Donaumarkt in Regensburg als Museumsstandort endgültig besiegelt.

Stand: 23.04.2012 | Archiv

Zuerst hatte Ministerpräsident Horst Seehofer zusammen mit Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch den zukünftigen Standort besichtigt. Zum Festakt am Alten Rathaus wurde die Delegation von einem Posaunenchor aus den Fenstern des Historischen Reichsaals begrüßt. Dann setzten Ministerpräsident Horst Seehofer, Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch und Regensburgs Oberbürgermeister Hans Schaidinger ihre Unterschrift, der Vertrag zum Bau des Museums ist abgeschlossen.

Die Vertragsunterzeichnung

Geht es nach Ministerpräsident Horst Seehofer, wird das Museum eine "Liebeserklärung an unsere bayerische Heimat" werden. "Wir wollen ein Museum für alle Menschen, die in Bayern leben und die Bayern lieben", sagte Seehofer beim Festakt im Alten Rathaus.

2013 können die grundlegenden Arbeiten beginnen, und im Jahr 2018 soll das Museum eröffnet werden - 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und der anschließenden Gründung des Freistaats als demokratischer Republik

Finanzierung gesichert

Der Donaumarkt in Regensburg

Der Stadtrat hatte sich Mitte März mit großer Mehrheit für den Zuschuss von 20 Millionen Euro ausgesprochen, so eine Sprecherin der Stadtverwaltung. Es habe nur zwei Gegenstimmen gegeben. Die Gesamtkosten für den Bau und die Inneneinrichtung schätzt die Oberste Baubehörde auf 61,5 Millionen Euro. Standort wird der Donaumarkt direkt am Rand der mittelalterlichen Altstadt sein.

Ministerrat sagt: "Idealer Standort"

Ende 2011 hatte der Ministerrat in München beschlossen, dass die Welterbestadt Regensburg das neue Museum der Bayerischen Geschichte bekommt. Das Kabinett sieht den Donaumarkt demnach als idealen Standort, er überzeuge aus städtebaulicher, historischer, musealer und wirtschaftlicher Hinsicht, sagte Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch. Insgesamt 25 Kandidaten hatten sich um den Standort beworben. Erfreut, zufrieden und dankbar, aber "nicht überschwenglich ausgelassen" hatte sich der Regensburger Oberbürgermeister Hans Schaidinger auf die Entscheidung des bayerischen Kabinetts geäußert.

"Regensburg steht für Bayern wie keine andere Stadt."

(Oberbürgermeister Hans Schaidinger)

Gegen 24 Kandidaten durchgesetzt

Insgesamt 25 Kandidaten hatten sich als Standort für das Museum der bayerischen Geschichte beworben. Ministerpräsident Horst Seehofer zeigte sich hochzufrieden mit der Entscheidung für Regensburg. Ausschlaggebend sei die Gesamtbetrachtung gewesen, so Seehofer, von der Historie, von den Baupänen, von der Lage, der Erreichbarkeit und vielem was sonst noch für ein Museum wichtig sei.

"Das ist wie bei der Olympiade: Nur einer kann gewinnen. Die Bewerbungen sind so nah beieinander, dass man am liebsten in jedem Regierungsbezirk eins bauen würde."

(Ministerpräsident Horst Seehofer)

Streit um Favorit

Seehofer hatte bereits im Vorfeld präventiv angemerkt, dass die Entscheidung für eine Kommune "keine Abwertung einer anderen Bewerberstadt" bedeute. Nachdem die Favoritenrolle Regensburgs im November bekannt geworden war, hatte es Proteste anderer Bewerber gegeben, vor allem von Würzburg. Nach Bekanntgabe der Entscheidung gab es dann weitere Missstimmung zwischen der Stadt und dem Ministerium.

Lange Vorgeschichte

Schon in den 1960er-Jahren wurde über ein Museum der Bayerischen Landesgeschichte heiß diskutiert. Doch die Initialzündung blieb aus. Fast 50 Jahre später wurde die Angelegenheit zur Chefsache. Ministerpräsident Horst Seehofer hatte die Idee in seiner Regierungserklärung im Dezember 2008 wieder aufgegriffen. Das Haus der Bayerischen Geschichte sollte daraufhin ein mögliches Konzept erarbeiten.

Museum von Bürgern für Bürger

Richard Loibl, Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte, der auch die Landesausstellungen konzipiert, träumt von einem "Bürgermuseum" und einem "flexiblen, energieautarken Gebäude" für wechselnde Ausstellungen. Bürger könnten mit Leihgaben und Zeitzeugenberichten das Museum mit aufbauen. An multimediale Elemente wie große Videoinstallationen und sogar die Möglichkeit, Inhalte direkt im Museum auf das Handy herunterzuladen und mit nach Hause zu nehmen, ist dabei gedacht. Im Mittelpunkt sollen die Entwicklung des modernen Bayern im 19. Jahrhundert sowie die Geschichte des Freistaats seit 1918 stehen.


1

Keine Kommentare mehr möglich. Hinweise zum Kommentieren finden Sie in den Kommentar-Spielregeln.)

rainer saam, 8.12., Donnerstag, 08.Dezember 2011, 19:50 Uhr

3. museum bayerische geschichte

Schon wieder bleibt eine menge Geld in Altbayern, der traurige Rest braucht das nicht. Die von Altbayern dominierte Staatsregierung macht das schon.

NoKa, Mittwoch, 07.Dezember 2011, 20:10 Uhr

2. Würzburg?

Leider hat Würzburg in der Vergangenheit mehrmals bewiesen, dass Projekte jeglicher Art dort nur schwer umsetzbar sind. Ich denke dabei an den Bahnhofsumbau, der jetzt leider nur kosmetischer Natur war, den Hotelturm, der seitens der Stadt nicht wirklich nachvollziehbar angepackt wurde, die Posse mit der Villa im Naturschutzgebiet, die Verwilderung des Gartenschaugeländes und natürlich der Kulturspeicher und seine Verschattung.
Momentan scheint sich der Würzburg Stadtrat nicht besonders zu engagieren.
Im Vergleich passierte in Schweinfurt wesentlich mehr, in Nürnberg sowieso und auch Aschaffenburg hat sich in den letzten Jahren sehr gemausert.

Regensburg ist aus meiner Sicht eine wunderschön gewachsene Stadt mit Flair und Ideen. Die scheinen in Würzburg etwas verloren gegangen zu sein.

Also, liebe Würzburger, erstmal selber ein paar Problemfälle anpacken statt nur rummeckern.

Helmut Hönig, Mittwoch, 07.Dezember 2011, 18:41 Uhr

1. Museumszusage an Regensburg

Es wäre ehrlicher gewesen, keinen Wettbewerb zu starten denn von Anfang an stand Regensburg als Standort fest. Es ist Heuchelei von den CSU- Oberen so zu tun, dass hier ein fairer Wettbewerb statt gefunden hat. Was mich aber sehr nachdenklich stimmt ist, dass die Moteratorin in der heutigen Abenschau ihre Freude über diese Entscheidung nicht verbergen konnte.

PS. Es hätte der fränkischen Seele gutgetan wäre die Entscheidung anders ausgegangen. So bleibt nur ein Trost es ist bald wieder Wahl.