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Zwölfuhrläuten Niederwerrn in Unterfranken

Im Nordwesten des Schweinfurter Beckens liegt Niederwerrn, mit über 8.000 Einwohnern die zweitgrößte Landkreisgemeinde. Große Neubausiedlungen und ein kleiner Ortskern prägen das Bild der wachsenden Kommune. Viele Bürger arbeiten in der Autozubehör-Industrie.

Von: Christian Jungwirth

Stand: 06.01.2021 | Archiv

Niederwerrn leitet sich ab vom Fluss Wern, der bei Gemünden in den Main übergeht. Bekannt ist die Gemeinde wegen der Ruine Wiesenburg, durch sie kam es 1137 zur ersten urkundlichen Erwähnung.

1952 St. Bruno geweiht

Der Turm der Pfarrkirche St. Bruno auf einer Anhöhe ragt gut sichtbar ins Werntal hinaus. Ab dem 15. Jahrhundert hatten die Freiherren derer von Münster über 300 Jahre das Sagen in Niederwerrn. Und weil dieser Adel protestantisch war, galt dies zwingend für alle Seelen im Ort. Ende des 16. Jahrhunderts gründete sich zudem eine jüdische Gemeinde mit eigener Synagoge. Erst sehr spät, um 1800, fanden auch wieder Katholiken den Weg an die Wern. Nach 1945 waren es schon weit über 1000, weshalb eine Kirche her musste. 1950 ernannte Bischof Julius Döpfner Niederwerrn zur Pfarrei, 1952 wurde St. Bruno von ihm konsekriert.

Überlebensgroßer Christus

Außen ein wuchtiger Steinbau mit klaren Kanten, innen besticht der hohe Hallenraum mit schlichter Eleganz. Muttergottes und Kirchenpatron Bruno begrüßen die Besucher hinten bei den Eingängen, den Altarraum vorn dominieren drei steinerne Blickfänge: Ambo, Volksaltar sowie der Hochaltar mit Tabernakel in Form eines Lebensbaums. Über den Altären, am Holzkreuz, ein überlebensgroßer Christus mit ausgebreiteten Armen. Die bunten Chorfenster wurden 2018 bei der Generalsanierung durch normale Glasfenster ersetzt, sie durchfluten das Gotteshaus seitdem mit viel Tageslicht.

Im Kirchturm läuten 3 Glocken: die Josefsglocke mit 6 Zentnern, die Marienglocke mit 9 Zentnern sowie die Brunoglocke mit 12 Zentnern. Sie ziert der Spruch: St. Bruno schütze Gottes Volk und Gottes Haus.


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