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Zwölfuhrläuten Miltenberg in Unterfranken

In der Altstadt Miltenbergs reiht sich Fachwerkshaus an Fachwerkshaus, Geranien leuchten an den Fenstern, gotische Treppengiebel, Sandsteinportale, Brunnennischen, Erker, Wappensteine, barocke Hausfiguren und geschnitzte Türen zieren Fassaden und Gassen. Das Mainzer und das Würzburger Tor wachen über Kommen und Gehen.

Von: Georg Impler

Stand: 26.07.2015 | Archiv

Das auffälligste Baudenkmal steht auf halber Strecke zwischen dem östlichen Stadttor und dem Marktplatz, ein stolzer, seit der Renaissance liebevoll erhaltener, dreiseitig freistehender Bau: Der Riese von Miltenberg.

Elvis Presley zu Gast

Ob das Gasthaus tatsächlich das älteste Deutschlands ist, wie die Steintafel vermeldet, wer weiß das schon. Dass aber die Kaiser Friedrich Barbarossa, Friedrich III., Ludwig der Bayer und Karl IV. hier genächtigt haben, ebenso wie Maria Theresia, dafür hat man die Jahreszahlen parat und die Fotobelege für Richard Strauss, Theodor Heuss oder Elvis Presley.

Gotik, Barock und Moderne

Die katholische Pfarrkirche St. Jakobus steht am Markplatz. Den schönsten Blick darauf ermöglicht der Steig hinauf zur Mildenburg. Den dreischiffigen, klassizistischen Sandsteinbau charakterisieren zwei Chorflankentürme, die sich mit ihren welschen Hauben und Laternen im Main spiegeln. Das Mittelschiff deckt eine kassettierte Holztonne.
Die umfassende Innenrenovierung von 2003/4 kam einem kompletten Neuanfang gleich und gab dem Gotteshaus eine Stimmigkeit, die sich nicht zuletzt dem spannenden Miteinander von Kunstwerken aus Gotik, Barock und Moderne verdankt.

Läuten gegen rechte Kundgebung

Die sechs Glocken der Miltenberger Jakobuskirche sind bundesweit bekannt geworden, weil am 22. Juli 2006 der damalige Pfarrer Ulrich Boom mit zwanzigminütigem Läuten eine Kundgebung der NPD-Jugendorganisation "Junge Nationaldemokraten" sprengte. Schließlich hat die Jakobuskirche das nach dem Würzburger Dom mächtigste Geläut der Diözese.


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